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Von: - Ausgabe 3/2016 Beitrag 2

Prospektive Assoziationen zwischen der Körperzusammensetzung, der körperlichen Aktivität und der Energieaufnahme bei jungen Erwachsenen

Diese US-amerikanische Beobachtungsstudie ergab Hinweise auf einen reziproken Zusammenhang zwischen Adipositas und der Zeit, die mit mittlerer und starker körperlicher Aktivität verbracht wurde. Weiter zeigte sich, dass sich der BMI bei übergewichtigen Personen direkt auf die sitzend verbrachte Zeit auswirkte. Demnach erscheint es sinnvoll, frühzeitig einer Gewichtszunahme entgegenzuwirken, damit kein Teufelskreislauf aus wachsendem BMI und abnehmender körperlicher Aktivität eintritt.

 

Ein zu hohes Körpergewicht ist das Ergebnis einer langfristigen Störung der Energiebalance zwischen Energieaufnahme und -verbrauch. Viele Querschnittsstudien haben gezeigt, dass neben anderen Faktoren eine geringe körperliche Aktivität und eine zu hohe Energieaufnahme durch die Nahrung Hauptursachen für die Entstehung von Übergewicht sind, allerdings ist die Datenlage hinsichtlich der prospektiven Assoziationen zwischen physischer Aktivität, Ernährung und dem Körpergewicht limitiert und inkonsistent. Einige Longitudinalstudien haben angedeutet, dass eine Zunahme von Körpergewicht eher einer geringeren körperlichen Aktivität vorangeht als dass die Gewichtszunahme die Folge reduzierter physischer Aktivität ist. Andererseits wurde mehrfach festgestellt, dass eine Erhöhung der körperlichen Aktivität ein probates Mittel zur Gewichtsreduktion darstellt. Möglicherweise liegt hier auch eine bidirektionale Beziehung vor.

Um diesbezüglich zu mehr Klarheit beizutragen, haben die Autoren dieser prospektiven Studie die körperliche Aktivität und Parameter der Körperzusammensetzung unter Berücksichtigung verschiedener Einflussfaktoren untersucht.

430 Erwachsene im Alter zwischen 21 und 35 Jahren (49,3% davon männlich) aus South Carolina nahmen an der Untersuchung teil. Diese Altersgruppe wurde gewählt, da sie einem besonders großen Risiko für eine Gewichtszunahme unterliegt. Probanden mit akuten und chronischen Erkrankungen sowie mit extremem BMI (<19 sowie >35 kg/m²) und Schwangere wurden von der Analyse ausgeschlossen.

Über einen Zeitraum von einem Jahr wurden bei den Probanden alle drei Monate Größe und Gewicht zur Berechnung des BMI gemessen. Außerdem wurde die Körperfettmasse mit Hilfe von Röntgen-Absorptiometrie bestimmt. Der Energieverbrauch wurde in jeder Untersuchungsperiode über mindestens sieben Tage hinweg (jeweils mind. 18 h/Tag) akzelerometrisch ermittelt. Die tägliche Energieaufnahme wurde aus der gemessenen körperlichen Aktivität und der Entwicklung der Körperzusammensetzung berechnet.

In der statistischen Analyse wurden normal- und übergewichtige Probanden getrennt betrachtet. Lineare gemischte Modelle wurden für die Untersuchung der prospektiven Beziehung zwischen physischer Aktivität, täglicher Energieaufnahme und Körperfettparametern verwendet. Dabei wurde jeweils eine Adjustierung für Geschlecht, ethnischer Gruppe, Bildung, beruflicher Beschäftigung, Einkommen, Familienstand und Alter vorgenommen.

Von insgesamt 379 Probanden (49,1% männlich) waren Daten verfügbar. Das Durchschnittsalter zu Beginn der Untersuchung betrug 27,8 ± 3,8 Jahre, 51,2% der Probanden waren anfangs übergewichtig oder adipös. Normalgewichtige Personen waren jünger (27,2 ± 3,6 versus 28,3 ± 3,9, p = 0,005), verbrachten mehr Zeit mit mittlerer bis starker körperlicher Aktivität und weniger Zeit sitzend oder mit geringer physischer Aktivität (p < 0,001), während die tägliche Energieaufnahme bei übergewichtigen und adipösen Personen höher war (p < 0,001).

Anhand linearer gemischter Modelle ergab sich sowohl für normal- als auch übergewichtige Probanden gleichermaßen eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 1,2 ± 4,3 kg (p < 0,001), assoziiert mit einer Erhöhung des Körperfettgehaltes von 0,8 ± 3,2% (p < 0,001). Die individuelle Gewichtsveränderung betrug zwischen -14,0 und 13,0 kg/Jahr, und die Veränderung des Körperfettgehaltes zwischen -10,1 und 7,5%. Die mittlere bis starke körperliche Aktivität nahm innerhalb des Jahres ab (-6,5 ± 58,7 min/Tag, p = 0,002), während die tägliche Energieaufnahme sich nicht verändert hatte (2,3 ± 503,1 kcal/Tag, p = 0,931). Auch die Zeit mit sitzender und geringer körperlicher Aktivität änderte sich nicht signifikant (5,2 ± 86,7 min/Tag und 1,8 ± 55,9 min / Tag, p ≥ 0,243).

Das optimale lineare gemischte Modell, adjustiert für Alter und Geschlecht, ergab einen signifikanten Effekt der mittleren bis starken körperlichen Aktivität (inverse Beziehung) und der täglichen Energieaufnahme mit dem BMI, wobei sich die körperliche Aktivität stärker auswirkte. Dies war bei normal- und übergewichtigen Personen gleichermaßen der Fall. Sitzend verbrachte Zeit hatte nur bei normalgewichtigen Personen einen Effekt auf den BMI, bei übergewichtigen Personen wirkte sich dagegen der BMI auf die sitzend verbrachte Zeit aus. Weiter wirkten sich in beiden Gruppen der BMI und die Körperfettmasse auf die Zeit aus, die mit mittlerer bis starker körperlicher Aktivität verbracht wurde (EstBMI = -4,413, s.e. = 0,432; Est%BF = -2,694, s.e.= 0,230; p < 0,001).

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Quellen:
C. Drenowatz1, B. Cai2, G.A. Hand1,3, P.T. Katzmarzyk4, R.P. Shook5, S.N. Blair1,2; drenowat@mailbox.sc.edu

1Department of Exercise Science, University of South Carolina, Arnold School of Public Health, Columbia, SC, USA; 2Department of Epidemiology and Biostatistics, University of South Carolina, Columbia, SC. USA; 3School of Public Health, West Virginia University, Morgantown, VA, USA; 4Department of Population and Public Health Sciences, Pennington Biomedical Research Center, Baton Rouge, LA, USA; 5Department of Kinesiology, Iowa State University, Arnes, IA, USA.

European Journal of Clinical Nutrition (2016) 70, 482-487; doi:10.1038/ejcn.2015.133


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