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Von: - Ausgabe 4/2016 Beitrag Nr. 5

Gegenseitige Beeinflussung des Essverhaltens und der körperlichen Aktivität bei Vorschulkindern und ihren Kameraden

In diesem Übersichtsartikel wurde erstmals der Einfluss von gleichaltrigen Kameraden auf das Essverhalten und die körperliche Aktivität von Vorschulkindern systematisch analysiert. Es ergab sich ein schwacher Hinweis darauf, dass Gleichaltrige eine Vorbildfunktion ausüben und gesunde Verhaltensweisen fördern können. Alter, Geschlecht und die Persönlichkeit der Kameraden spielt eine Rolle dafür, wie stark das Verhalten imitiert wird. Den Ergebnissen dieser Analyse nach könnte die Einbeziehung von gleichaltrigen Kollegen bei Präventionsmaßnahmen sinnvoll sein.

Ein gesundes Essverhalten und ausreichend körperliche Aktivität in der frühen Kindheit leisten einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Übergewicht, da viele Verhaltensweisen, die in der Kindheit erlernt wurden, bis ins Erwachsenenalter beibehalten werden. Die Anwesenheit Anderer beeinflusst das eigene Verhalten („Social Facilitation Theory“), so dass das Essverhalten und die körperliche Aktivität von Kindern im Beisein ihrer Kameraden verändert sein könnten.

Bei Vorschulkindern hat das Verhalten der Eltern einen großen Einfluss auf das ihrer Kinder. In diesem Alter werden die Kinder jedoch auch zunehmend selbständig und kommen vermehrt in Kontakt mit Gleichaltrigen. Dadurch lernen sie andere Normen, Regeln und Erwartungen von Erziehern und Kameraden kennen, zeigen ein zunehmend angepasstes Verhalten und ahmen Handlungsweisen von Spielkameraden nach.

Um den Einfluss von gleichaltrigen Vorschulkindern auf das Essverhalten und die körperliche Aktivität zu untersuchen, wurde in dieser Übersichtsarbeit die zu dieser Fragestellung existierende Literatur gesichtet und zusammengefasst.

Die Methodik für die systematische Übersicht entsprach gängigen Vorgehensweisen (entsprechend den „Preferred Reporting Items for Systematic Reviews and Meta-Analyses – PRISMA“). Die Literatursuche erfolgte mit festgelegten Suchbegriffen aus den vier Kategorien „Kameraden“, „körperliche Aktivität“, „Essverhalten“ und „Bevölkerung“. In die Analyse wurden Studien einbezogen, in die Kinder ohne Behinderungen oder Erkrankungen im Alter zwischen zwei und fünf Jahren untersucht worden waren. Die körperliche Aktivität wurde nach Dauer und Intensität beurteilt, und die Nahrungsaufnahme nach Art und Menge der aufgenommenen Lebensmittel. Alle objektiven und subjektiven Beurteilungen für das Essverhalten wurden berücksichtigt.

13 Studien entsprachen den Inklusionskriterien, ihre Stichprobengrößen betrugen bei Querschnittsstudien bis zu 892 Kinder, in zehn experimentellen Studien wurden 14 bis 69 Kinder betrachtet. Die Studienqualität war insgesamt moderat bis gering, was meist durch eine Wahrscheinlichkeit für Selektionsbias, eine nicht sicher gestellte oder geringe Repräsentation der Zielgruppe und niedrige Rücklaufquoten bedingt war.

Sechs Untersuchungen beleuchteten die körperliche Aktivität bei Kindern und ihren Kameraden. Vier von ihnen beschrieben positive Zusammenhänge zwischen der Anwesenheit oder der Anzahl anwesender Kameraden und der körperlichen Aktivität von Vorschulkindern. Die Autoren dieser Studien kamen zu der Schlussfolgerung, dass Kinder sich mehr und intensiver bewegen, wenn sie Gesellschaft haben. Zwei weitere Studien kamen dagegen zu dem Ergebnis, dass Kinder in größeren Gruppen inaktiver sind. Die Art der Beziehung zu ihren Kameraden hinsichtlich Vertrautheit und Charakter spielt bei der Aktivität ebenfalls eine Rolle. Insgesamt ergab sich ein schwacher Beleg dafür, dass die körperliche Aktivität von Vorschulkindern durch Spielkameraden positiv beeinflusst wird.  

Sieben Untersuchungen hatten den Einfluss von Gleichaltrigen auf das Essverhalten zum Gegenstand. Sie gaben übereinstimmend Hinweise darauf, dass das Essverhalten von Kindern in Bezug auf Auswahl, Vorlieben und Menge durch ihre Kollegen verändert wird, wobei sich Mädchen möglicherweise stärker gegenseitig beeinflussen als Jungen. Auch das Alter spielt eine Rolle: Jüngere Kinder nehmen die Verhaltensweisen von älteren häufiger an. Besonders beliebte Kinder üben ebenfalls einen stärkeren Einfluss aus. Alle sieben Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die Kinder ihr Essverhalten dem ihrer Kameraden anpassen.

Um den Erfolg von Maßnahmen zur Förderung eines gesunden Essverhaltens und körperlicher Aktivität bei Kindern zu steigern, erscheint es demnach sinnvoll, Situationen zu schaffen, in denen sich die Kinder gegenseitig positiv

beeinflussen können.

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Quellen:

Ward SA1, Bélanger MF2, Donovan D3, Carrier N4;

stephanie.ann.ward@usherbrooke.ca

1Faculty of Medicine and Health Sciences, Université de Sherbrooke, Centre de formation médicale du Nouveau-Brunswick, 100, rue des Aboiteaux, Moncton, NB E1A 3E9, Canada. 2Department of Family Medicine, Université de Sherbrooke, Centre de formation médicale du Nouveau-Brunswick, Vitalité Health Network, Moncton, NB E1A 3E9, Canada. 3Department of Community Health Sciences, Université de Sherbrooke, Centre de formation médicale du Nouveau-Brunswick, Moncton, NB E1A 3E9, Canada. 4École des sciences des aliments, de nutrition et d’études familiales, Université de Moncton, Moncton, NB E1A 3E9, Canada.

Int J Behav Nutr Phys Act. 2016 Apr 14;13:50. doi: 10.1186/s12966-016-0374-x


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