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Von: - Ausgabe 4/2016 Beitrag Nr. 1

Langfristige Wirkung eines Mundhygieneprogramms bei Schulkindern

Diese taiwanesische Longitudinalstudie konnte zeigen, dass ein gezieltes Mundpflegeprogramm bei Schulkindern auch nach langer Zeit noch positive Effekte zur Folge hat. Durchschnittlich zehn Jahre später besaßen die Teilnehmer der Interventionsgruppe ein größeres Wissen über eine richtige Zahnpflege, zeigten bessere Gewohnheiten bei der Mundpflege und wiesen in der klinischen Untersuchung seltener Dentalplaques, Karies und Zahnfleischerkrankungen auf als die Probanden der Kontrollgruppe.

Eine gute Mundhygiene hilft, die Entstehung von Karies und Parodontitis zu vermeiden. Aus diesem Grund wird empfohlen, entsprechende Verhaltensweisen bereits in jungem Alter, beispielsweise bei Schulkindern, zu vermitteln. Positive Wirkungen von schulbasierten Präventionsprogrammen wurden vielfach in wissenschaftlichen Studien beschrieben, allerdings beschränkt sich die große Mehrzahl der Untersuchungen auf kurzfristige Effekte. Die taiwanesische Regierung unterstützte ein Mundhygieneprogramm für 10- bis 11jährige Schulkinder, das in Form einer prospektiven Kohortenstudie Möglichkeit bot, Langzeiteffekte festzustellen.

Kinder im Alter von 10 bis 11 Jahren aus zwei Grundschulen der Region Taipeh nahmen zwischen 1995 und 2006 an der Untersuchung teil. 120 Kinder wurden der Interventionsgruppe zugeordnet, als Kontrollgruppe diente eine Gruppe von Kindern mit einer ähnlichen Verteilung von Alter, Geschlecht und Klassenstufe. Die Kinder der Interventionsgruppe erhielten intensive Schulungen zur richtigen Benutzung von Zahnseide und Zahnbürste. Ein Halbjahr lang putzen die Kinder nach dem Mittagessen unter Aufsicht ihre Zähne, außerdem fanden jährlich Schulungen zum Thema Mundhygiene statt. Die Kinder der Kontrollgruppe putzten ebenfalls täglich in der Schule ihre Zähne, allerdings führten sie dies nach eigenen Gewohnheiten durch und erhielten keine intensive Betreuung oder Anweisungen zur richtigen Durchführung der Mundpflege.

Nach durchschnittlich 9,8 Jahren wurden die Kinder, nun im Alter von 14 bis 27 Jahren, erneut untersucht. Für die Analyse wurden Daten zu den Verhaltensweisen bei der Mundpflege mit Hilfe eines Fragebogens ermittelt. In einer klinischen Untersuchung wurden zudem unter doppelter Verblindung der Attachmentverlust, die Tiefe der Zahnfleischtaschen, Plaque- (CPI) und Kariesindex (DMFT, DMFS) bestimmt.

Insgesamt nahmen 240 Kinder an der Studie teil, die Hälfte von ihnen gehörte der Interventionsgruppe an. 80 Kinder der Interventions- und 40 der Kontrollgruppe wurden nach durchschnittlich 9,8 Jahren (Wertebereich 4 bis 16 Jahre) auf langfristige Effekte hin untersucht. Beide Gruppen unterschieden sich nicht hinsichtlich der Häufigkeit von Zahnarztbesuchen oder des Zähneputzens (in der Regel zweimal täglich). Der Gebrauch von Zahnseide war in der Interventionsgruppe häufiger als in der Kontrollgruppe (67,5 versus 30,8%, p < 0,0001; 23 bzw. 16% benutzten täglich Zahnseide). Unterschiede bestanden auch in der Durchführung der Mundpflegemaßnahmen und im Wissen bezüglich der richtigen Mundpflege. Der Plaqueindex war in der Interventionsgruppe signifikant geringer als in der Kontrollgruppe, das relative Risiko betrug 0,4 (95% CI 0,3-0,5). Auch Zahnstein und tiefe Zahnfleischtaschen (CPI ≥ 2) traten in der Interventionsgruppe seltener auf (RR 0,3, 95% CI: 0,3-0,6, p < 0,001). Weiter traten in der Interventionsgruppe seltener Zahnfleischentzündungen und Karies auf. Der Kariesindex DMFT betrug 4,1 in der Interventionsgruppe und 6,2 in der Kontrollgruppe (p < 0,001) bei einem relativen Risiko von 0,7 (95% CI: 0,5-0,9).

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich ein gezieltes intensives schulisches Mundhygieneprogramm langfristig auswirkt und auch zehn Jahre später noch ein größeres Wissen und eine bessere Durchführung von Mundpflegemaßnahmen nach sich zieht.

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Quellen:

Lai H.1,2,3,4, Fann J.C.5, Yen A.M.3, Chen L.S.3, Lai M.H.4, Chiu S.Y.6;

sherrychiu@mail.cgu.edu.tw

1Department of Dentistry, Shuang-Ho Hospital, Taipei Medical University, New Taipei City, Taiwan; 2School of Dentistry, National Yang-Ming University, Taipei, Taiwan; 3School of Dentistry, College of Oral Medicine, Taipei Medical University, Taipei, Taiwan; 4Taiwan Dental Health Care Organization, Taipei, Taiwan, 5Department of Health Industry Management, Kainan University, Tao-Yuan, Taiwan; 6Department of Health Care Management, College of Management, Chang Gung University, Tao-Yuan, Taiwan.

Community Dent Oral Epidemiol. 2016 Jun;44(3):209-15. doi: 10.1111/cdoe.12207


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