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Von: - Ausgabe 5/2016 Beitrag Nr. 5

Auswirkungen des Bildungsgrades der Eltern auf die Mundgesundheit von japanischen Erwachsenen

Diese japanische Studie hatte die Frage zum Gegenstand, inwieweit die Bildung der Eltern einen langfristigen Einfluss auf die Mundgesundheit ihrer erwachse-nen Kinder hat. Allgemein wird angenommen, dass vor allem der Bildungsgrad der Mütter entscheidend ist, da diese häufig stärker in Erziehungsaufgaben in-volviert sind. Die Untersuchung ergab, dass sich bei Männern der Bildungsgrad beider Elternteile auf ihre Mundgesundheit unabhängig vom sozialen Status auswirkt. Das Bildungsniveau der Mütter zeigte dabei stärkere Assoziationen zur Mundgesundheit ihrer Söhne als das der Väter.

Eine schlechte Mundgesundheit kann sich wesentlich auf die Lebensqualität auswirken und in das soziale Leben von Betroffenen eingreifen. Zudem ist eine schlechte Mundgesundheit mit verschiedenen chronischen Krankheiten und einer höheren Mortalität assoziiert. Es gibt viele Studien, die darauf hinweisen, dass der sozioökonomische Status in der Kindheit mit der Mundgesundheit im Erwachsenenalter assoziiert ist. Er wird zu großen Teilen durch materielle Voraussetzungen und den Bildungsgrad bestimmt. In Japan gibt es ein öffentliches Gesundheitssystem, das durch Versicherungen und Steuern finanziert wird, so dass die materiellen Voraussetzungen möglicherweise weniger entscheidend sind. Da bisher in den meisten Untersuchungen der elterliche Bildungsgrad von Vätern und Müttern nicht gesondert geprüft wurde, war es das Ziel dieser Studie, die Auswirkungen des Bildungsniveaus von Vätern und Müttern auf die Mundgesundheit ihrer Nachkommen im Erwachsenenalter zu untersuchen. 

Zwischen Oktober 2010 und Februar 2011 wurde die „Japanese Study of Stratification, Health, Income, and Neighborhood (J-SHINE)“ in vier Großstädten und der Umgebung von Tokio durchgeführt. 4385 Erwachsene im Alter von 25 bis 50 Jahren gaben ihre Zustimmung, an der Umfrage teilzunehmen. 

Hauptkriterium war die Selbsteinschätzung der eigenen Mundgesundheit mittels der Frage „Wie würden Sie die Gesundheit Ihrer Zähne und Ihres Zahnfleisches beurteilen?“ Als Antwort wurde eine von fünf möglichen Abstufungen zwischen „exzellent“ und „schlecht“ gewählt. Für die statistische Auswertung erfolgte eine Dichotomisierung der Ergebnisse. Der eigene Bildungsgrad und der der Mutter und des Vaters wurden in fünf Abstufungen angegeben. Diese wurden für die statistische Analyse in drei Gruppen kategorisiert. Ferner wurden Daten zum jährlichen Haushaltseinkommen, zum ökonomischen Status im Alter von fünf Jahren aus Selbstbewertung sowie weiteren Kovariablen wie Alter, Familienstand, Arbeitssituation und Lebensgewohnheiten gesammelt.

Mit Hilfe von multiplen logistischen Regressionsanalysen wurde der Zusammenhang zwischen der elterlichen Bildung und dem Gesundheitszustand der Nachkommen im Erwachsenenalter untersucht. 

Es wurden fünf Modelle analysiert: Im ersten Modell wurden Assoziationen zwischen dem Bildungsgrad des Vaters und der Mundgesundheit seiner Nachkommen unter der Berücksichtigung der Kovariablen Alter, Ehestand, Arbeitssituation, der Nutzung von zahnmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und dem Raucherstatus untersucht. In ein zweites Modell gingen zusätzlich sozioökonomische Faktoren mit ein. Modell drei und vier entsprachen den ersten beiden, jedoch wurde hier der Bildungsgrad der Mutter verwendet. In einem fünften Modell wurde der Bildungsgrad beider Elternteile simultan berücksichtigt.  

Von den Befragten beurteilten 29,7 % der Männer und 23,0 % der Frauen ihre eigene Mundgesundheit als ausreichend oder schlecht. Unter den Männern stieg die Prävalenz einer schlechten Mundgesundheit mit höherem Alter, Rauchen, geringerem Bildungsgrad, niedrigerem Einkommen, geringerem sozioökonomischen Status in der Kindheit sowie einem geringeren Bildungsgrad von Mutter und Vater. Ähnliche Trends wurden bei Frauen beobachtet. Der väterliche Bildungsgrad zeigte signifikante Zusammenhänge mit der Mundgesundheit der männlichen Nachkommen, auch unter Berücksichtigung der Ko-Faktoren Einkommen, kindlichem sozioökonomischen Status und Bildungsgrad des Probanden: Hatte der Vater eine Haupt- oder Mittelschule besucht, so war das Risiko für eine schlechte Mundgesundheit deutlich höher als bei einem universitären Abschluss (OR 1,48, 95 % CI = 1,02 - 2,13; Modell 2). Ähnliche Assoziationen fanden sich mit dem Bildungsgrad der Mutter (OR 2,08, 95 % CI = 1,33 - 3,25; Modell 4). Wurden beide Elternteile gleichzeitig betrachtet, so verblieb nur ein Zusammenhang zwischen dem Bildungsgrad der Mutter und der Mundgesundheit (OR 1,9, 95 % CI = 1,13 - 3,18). Unter den Frauen war weder das Bildungsniveau der Mütter noch das der Väter mit der Mundgesundheit assoziiert. Bei ihnen zeigten sich negative Korrelationen zwischen einer schlechten Mundgesundheit und dem aktuellen sozioökonomischen Status bzw. dem in der Kindheit.

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Quelle:
Murakami K1,2, Kondo N2, Ohkubo T1, Hashimoto H2; mkeiko-tky@umin.ac.jp
1Department of Hygiene and Public Health, School of Medicine, Teikyo University, Tokyo, Japan; 2Department of Health and Social Behavior, School of Public Health, The University of Tokyo, Tokyo, Japan.

Community Dent Oral Epidemiol. 2016 Jun;44(3):283-91. doi: 10.1111/cdoe.12216


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