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Von: - Ausgabe 2/2017 Beitrag Nr. 3

Aktuelle Prävalenzraten von Übergewicht und Adipositas bei deutschen Kindern zwischen vier und zehn Jahren

Im Vergleich zu Daten aus den Jahren 2003 bis 2006 hat die Prävalenz von Kindern im Alter von 4 bis 10 Jahren nicht weiter zugenommen. Dies zeigen Ergebnisse der zweiten Erhebung der Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland (KiGGS Wave 1, 2009-2012). Dennoch stagniert das Auftreten von Übergewicht und Adipositas auf einem hohen Level.

Übergewicht und Adipositas im Kindesalter stellen ein großes Gesundheitsproblem dar. Die Anzahl übergewichtiger und adipöser Kinder hatte über einige Dekaden hinweg stark zugenommen, jedoch gibt es seit einigen Jahren Hinweise darauf, dass sich die Prävalenzen auf einem hohen Niveau einpendeln. Die KiGGS-Untersuchung, eine nationale Langzeitstudie des Robert Koch-Instituts zur gesundheitlichen Lage der Kinder und Jugendlichen in Deutschland, basiert auf einer großen repräsentativen Stichprobe deutscher Kinder und Jugendlicher. 

Sie ergab, dass in den Jahren 2003–2006 15 % der Kinder im Alter zwischen drei und 17 Jahren übergewichtig und 6 % adipös waren. Im Vergleich zu Daten aus den frühen 90er Jahren entsprach dies einer Zunahme von 50 % bei Übergewicht und einer Verdopplung der Adipositas. 2009-2012 wurde eine weitere Datenerhebung im Rahmen der KiGGS-Studie („erste Welle“) durchgeführt, die ergab, dass bei elf- bis 17-Jährigen kein weiterer Anstieg der Prävalenz erfolgte. Auch weitere Studien sowie Auswertungen von Schuleingangsuntersuchungen zeigten eine Stagnation oder einen Abwärtstrend.

Da die erste Welle der KiGGS-Studie als Telefonumfrage durchgeführt wurde, in der Größe und Gewicht der Kinder selbst oder durch die Eltern angegeben wurde, wurde eine Korrektur durchgeführt, um zu geringe Nennungen des Körpergewichtes zu kompensieren. 

Im Rahmen der ersten Welle der KiGGS-Studie wurden in den Jahren 2009-2012 standardisierte Telefonumfragen von Heranwachsenden oder Eltern von Kindern im Alter von 0 bis 17 Jahren durchgeführt. Darin machten die Eltern Angaben zu Körpergröße und -gewicht der Kinder sowie zur Wahrnehmung des Gewichtes durch die Eltern (zu dünn / genau richtig / zu dick).

Etwa die Hälfte der Befragten wurden am Ende der Befragung gebeten, zusätzlich an einer Untersuchung zur Motorik und körperlichen Aktivität teilzunehmen. Dieses Modul beinhaltete zusätzlich eine klinische Untersuchung, bei der Größe und Gewicht gemessen wurden, woraus der BMI berechnet wurde.

Daten von 2558 Jungen und 2597 Mädchen im Alter von vier bis zehn Jahren wurden analysiert. Von 630 Jungen und 663 Mädchen lagen gemessene Daten aus dem Motorik-Modul vor.

Gemessene und erfragte Daten aus der ersten Erhebung sowie aus dem Motorik-Modul wurden genutzt, um die Prävalenzraten aus der telefonischen Befragung zu korrigieren.

Konfidenzintervalle für die korrigierten Prävalenzraten wurden mit Hilfe einer Bootstrap-Methode durch Resampling berechnet.

Im Vergleich zur ersten Erhebung der KiGGS-Studie zeigte die korrigierte Prävalenz für Übergewicht eine leichte, nicht signifikante Zunahme von 8 auf 9,5 % (95 % CI 7,3–11,8). Der Anstieg war bei Jungen stärker (KiGGS erste Welle 11,2 %, 95 % CI 7,8-14,7; KiGGS 2003-2006 8,2 %, 95 % CI 7,1-9,5). Die Prävalenz für Adipositas hatte sich nicht verändert. Die korrigierte Prävalenz für Übergewicht inklusive Adipositas betrug 14,9 % (95 % CI 12,3-17,5), im Vergleich zur Basisuntersuchung (13,5 %, 12,6-14,6) ein geringer, aber nicht signifikanter Anstieg.

Ähnliche Ergebnisse wurden bei 11-17-Jährigen beobachtet.

Auch andere Studien zeigen eine Stagnation des Anstiegs der Prävalenzen von Adipositas und Übergewicht, sowohl in Deutschland als auch international. Dies könnten positive Auswirkungen der Bemühungen öffentlicher Präventionsprogramme sein. Dennoch sind weiterhin intensive (inter-)nationale Anstrengungen erforderlich, um Übergewicht und Adipositas weiter entgegenzuwirken, da kindliche Adipositas ernste Folgeerkrankungen nach sich ziehen kann.

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Quellen: 
Brettschneider AK1, Schienkiewitz A1, Schmidt S2, Ellert U1, Kurth BM1;

BrettschneiderA@rki.de  

1Department of Epidemiology and Health Monitoring, Robert Koch Institute, General-Pape-Straße 62-66, 12101, Berlin, Germany; 2Department of Sports and Sports Science, Karlsruhe Institute of Technology, Engler-Bunte-Ring 15, 76131, Karlsruhe, Germany

Eur J Pediatr. 2017 Jan 28. doi: 10.1007/s00431-017-2861-8

 


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