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Von: - Ausgabe 2/2017 Beitrag Nr. 2

Zusammenhänge zwischen Verhaltensweisen bei Kleinkindern, die sich auf die Energiebalance auswirken, und Adipositas im Vorschulalter

Unabhängig vom Körpergewicht und den Ernährungsgewohnheiten begünstigt ein höherer Fernsehkonsum im Alter von zwei Jahren den Ergebnissen dieser prospektiven Untersuchung nach einen höheren Körperfettanteil mit fünf Jahren, während draußen verbrachte Zeit einen niedrigeren Körperfettanteil zur Folge hat.

Die rasante Zunahme kindlicher Adipositas lässt darauf schließen, dass deren Ursachen eher in Verhaltensweisen zu suchen sind, die mit der Energiebalance des Körpers im Zusammenhang stehen, als in genetischen Prädispositionen.

Auch bereits im Krabbelalter verbringen Kinder zunehmend Zeit vor dem Fernseher. Es gibt Hinweise darauf, dass sich langdauernde sitzende Tätigkeiten, geringe körperliche Aktivität und ungesunde Ernährungsweisen bei kleinen Kindern auf die Entwicklung des Körpergewichtes in der Kindheit, Jugend und bis ins Erwachsenenalter hin auswirken.

In der frühen Kindheit durch aktives Spielen erworbene motorische Fähigkeiten beeinflussen die spätere Lebensweise ebenso wie die Ausbildung von Ess- und Geschmacksgewohnheiten. Aus diesem Grund ist es wichtig, Verhaltensweisen in der frühen Kindheit, die sich besonders stark auf das Körpergewicht auswirken, zu identifizieren. Diese können dann in Präventionsprogrammen gezielt berücksichtigt werden. Aus diesem Grund wurden Zusammenhänge zwischen der Ernährungsweise sowie der Zeit, die im Alter von zwei Jahren vor dem Fernseher oder beim Spielen draußen verbracht wurde, mit dem Körpergewicht im Alter von fünf Jahren untersucht. Dabei wurden auch mögliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern berücksichtigt.

Die prospektive EDEN Mutter und Kind Kohortenstudie dient der Erforschung prä- und postnataler Determinanten für die kindliche Entwicklung und Gesundheit. Dafür wurden in den Jahren 2003 bis 2006 in zwei französischen Kliniken Schwangere im Alter von 18 bis 44 Jahren rekrutiert. Von 1903 Lebendgeburten wurden nach zwei Jahren 1266 Datensätze gewonnen, im Alter von fünf Jahren 883 (473 Jungen und 410 Mädchen).

Neben Messungen der Körpergröße und des -gewichts, aus denen der Körpermassenindex BMI ermittelt wurde, wurde die Körperzusammensetzung mit Hilfe von Bioelektrischen Impedanzanalysen (BIA) bestimmt. Mittels dreier verschiedener Näherungsmethoden wurde daraus der Körperfettanteil berechnet.

Anhand von Fragebögen wurden Daten zu sitzenden und körperlichen Aktivitäten gewonnen. Daraus wurde jeweils die durchschnittliche Zeit ermittelt und in drei Kategorien unterteilt. Die Ernährungsgewohnheiten wurden durch einen gesonderten Fragebogen ermittelt, in denen der tägliche Konsum von 26 Nahrungsmittelgruppen angegeben wurde. Daraus wurden durch Hauptkomponentenanalysen häufige Ernährungsmuster bestimmt. Der sozioökonomische Status wurde als Covariable betrachtet.

Im Alter von zwei Jahren war die Zeit, die Jungen draußen verbrachten, etwas länger als bei gleichaltrigen Mädchen. Der BMI der Jungen war zu diesem Zeitpunkt niedriger, hinsichtlich der Ernährungsweise fanden sich keine Unterschiede.

12,2 % der Kinder sahen nie fern, 54,7 % weniger als eine Stunde pro Tag und 33,1 % mehr als eine Stunde pro Tag.

Bei Jungen war eine Ernährungsweise, die Fertigprodukte bevorzugte, positiv mit der Zeit vor dem Fernseher assoziiert. Bei Mädchen war ein Ernährungsmuster, das offiziellen Empfehlungen entsprach, positiv mit der draußen verbachten Zeit assoziiert. Zu einem geringeren Anteil fand sich hier aber auch ein Zusammenhang mit dem Konsum von Fertigprodukten. Zwischen der draußen und vor dem Fernseher verbrachten Zeit fanden sich bei keinem Geschlecht Zusammenhänge.

 Im Alter von fünf Jahren waren der BMI und der Körperfettanteil bei Jungen signifikant geringer als bei gleichaltrigen Mädchen.

Jungen, die mit zwei Jahren mehr Zeit vor dem Fernseher verbracht hatten, hatten mit fünf Jahren einen signifikant höheren Körperfettanteil. Regressionsanalysen deuten einen dosisabhängigen Zusammenhang an. Die Ernährungsgewohnheiten und die draußen verbrachte Zeit sowie sozioökonomische Parameter hatten auf diesen Zusammenhang nur einen geringen Einfluss.

Bei Mädchen waren die mit zwei Jahren draußen verbrachte Zeit sowie ein Ernährungsmuster, das offiziellen Empfehlungen folgte, signifikant negativ mit dem Körperfettanteil assoziiert. Unter Einbeziehung von Covariablen blieb nur der Zusammenhang mit der draußen verbrachten Zeit erhalten. Zum BMI zeigte sich bei keinem der Geschlechter eine Assoziation.

Mehr draußen verbrachte Zeit und eine Reduzierung des Fernsehkonsums von Kleinkindern könnte sich den Ergebnissen dieser prospektiven Untersuchung nach positiv auf die Gesundheit auswirken und dazu beitragen, eine Adipositas zu vermeiden.

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Quellen: 
Saldanha-Gomes C1,2, Heude B1,3, Charles MA1,3, de Lauzon-Guillain B1,3, Botton J1,4, Carles S1,2, Forhan A1,3, Dargent-Molina P1,3, Lioret S1,3; sandrine.lioret@inserm.fr

1INSERM, UMR1153 Epidemiology and Biostatistics Sorbonne Paris Cité Center (CRESS), Early ORigin of the Child's Health and Development Team (ORCHAD), Paris, France; 2Paris-Sud University, Faculty of medicine, Kremlin-Bicêtre, France; 3Paris Descartes University, Paris, France; 4Paris-Sud University, Faculty of Pharmacy, Châtenay-Malabry, France.

Int J Obes (Lond). 2017 Jan;41(1):38-45. doi: 10.1038/ijo.2016.138


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