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Von: - Ausgabe 3/2017 Beitrag Nr. 1

Transmission des Körpermassenindex (BMI) auf Nachfolgegenerationen

Die Auswertung von Daten aus sieben nationalen Studien in sechs Ländern ergab, dass der BMI zu einem gewissen Grad von einer Generation auf die nächste übertragen wird. Die Transmission betrug dieser Studie zufolge pro Elternteil ca. 20%, insgesamt wirkte sich der BMI der Eltern demnach zu ca. 35–40% auf die Nachfolgegeneration aus. Bei Kindern mit einem hohen BMI war dieser Effekt stärker ausgeprägt als bei dünnen Kindern. Zwischen den einzelnen Nationen hingegen bestanden kaum Unterschiede, unabhängig davon, ob es sich um Staaten mit einer vergleichsweise hohen oder niedrigen Adipositasprävalenz handelte. Die Ergebnisse sprechen für einen relativ starken Einfluss genetischer, biologischer und familiärer Faktoren auf das Körpergewicht.

Im Jahr 2013 entstanden in den USA aufgrund von Adipositas Gesundheitskosten in Höhe von 191 Mrd. Dollar. Auch in den meisten anderen Ländern nahm das Körpergewicht innerhalb der letzten Dekaden deutlich zu. Die Ursachen für die gestiegene Prävalenz sind vielfältig und multifaktoriell.

Der BMI wird unter anderem durch genetische Faktoren, biologische Einflüsse und die familiäre Umgebung beeinflusst. Innerhalb von Familien bestehen bestimmte Nahrungspräferenzen, und auch die Menge an aufgenommener Nahrung, das Ausmaß körperlicher Bewegung sowie Freizeitbeschäftigungen können familientypisch sein und sich auf das Körpergewicht auswirken. Wie stark diese Einflüsse sind, war Gegenstand dieser Untersuchung, wobei auch ein besonderes Augenmerk auf extrem schlanke und adipöse Kinder gerichtet wurde.

Weiter wurde analysiert, ob sich die Weitergabe des BMI auf Nachfolgegenerationen zwischen Nationen mit verschiedenen Industrialisierungsgraden und Wirtschaftssystemen unterscheidet. Aus den USA lagen Daten von einer stark adipösen Population vor, während der durchschnittliche BMI in China und Indonesien weltweit zu den niedrigsten gehört.

Von ca. 100.000 Kindern ab einem Alter von fünf Jahren und ihren Eltern wurden Informationen zu Körpergröße und -gewicht von sieben Studien aus sechs Nationen (Großbritannien, USA, China, Indonesien, Spanien und Mexiko) genutzt, um die Transmission von Adipositas und BMI auf die Nachfolgegenerationen zu untersuchen. Dabei wurde der BMI der Kinder unter Berücksichtigung von Alter und Geschlecht zu dem ihrer Eltern in Beziehung gesetzt. Für die statistische Analyse wurden jeweils logBMI-Werte verwendet. 

Die Transmission des BMI von einer Generation auf die nächste betrug pro Elternteil ca. 20%. Die geringste intergenerationelle Elastizität des BMI (IBE) war in der indonesischen Studie und der höchste in der chinesischen Studie zu beobachten (15,5% versus 24,7%), zwei Ländern, in denen die Adipositasprävalenz verhältnismäßig niedrig ist.

Bei Kindern mit einem geringen BMI war sie nur halb so groß (10%), während sie bei den adipösen Kindern erhöht war (30%). Dabei verhielt sich die Beziehung zwischen dem BMI der Kinder und dem ihrer Väter und Mütter in allen untersuchten Nationen ähnlich, und es bestanden keine größeren Unterschiede zwischen Ländern, in denen besonders viele Menschen adipös waren und solchen, deren Bevölkerung schlanker war.

Das Geschlecht wirkte sich nur geringfügig auf die Beziehung zwischen dem BMI der Mutter oder des Vaters und dem ihrer Kinder aus. Der Effekt beider Elternteile addierte sich, so dass diesen Ergebnissen nach ein relativ großer Anteil des BMI durch familiäre Einflüsse bestimmt wird.  

Die Betrachtung der Häufigkeitsverteilung des BMI bei den Personen der nationalen Studien mit Hilfe eines Kernel Plots zeigt, dass dieser sowohl im Laufe der Jahre (die früheste Studie begann 1970 in Großbritannien, die späteste 2006 in Spanien) als auch mit dem nationalen Entwicklungsgrad ansteigt.

Varianzanalysen der BMI-Daten aus der chinesischen Studie ergaben, dass die Varianz des BMIs zwischen 1989 und 2009 stetig zunahm. Besonders deutlich zeigt sich dieser Effekt bei den Eltern, bei den Kindern ist er weniger stark ausgeprägt. In der mexikanischen Studie (2002–2009) ist der BMI vor allem der Mütter deutlich höher als in allen anderen nationalen Studien, parallel zu der allgemein stark gestiegenen Prävalenz von Adipositas in Mexiko während dieses Zeitraumes.

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Quellen: 

Dolton P, Xiao M; Peter.Dolton@sussex.ac.uk

Centre for Economic Performance, London School of Economics, United Kingdom; University of Sussex, United Kingdom.

Econ Hum Biol. 2017 Feb;24:140-152. doi: 10.1016/j.ehb.2016.11.005.

 

 

 


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