• Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten
    Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten
  • Gut lachen mit gesunden Zähnen
    Gut lachen mit
    gesunden Zähnen
  • Richtige Mundhygienefür gesunde Zähne und vitales Zahnfleisch
    Richtige Mundhygiene
    für gesunde Zähne und
    vitales Zahnfleisch
  • Unbeschwert essen, trinken und lachen mit gesunden Zähnen
    Unbeschwert essen, trinken und lachen mit gesunden Zähnen

Von: - Ausgabe 4/2017 Beitrag Nr. 2

Probiotische Laktobazillen für die Kariesprävention

Probiotische Produkte könnten dazu beitragen, Karies zu vermeiden. Zu diesem Schluss kamen die Autoren dieser Studie, die den Effekt von vier Lactobacillus-Spezies auf das Wachstum des Karieserregers Streptococcus mutans und auf Bakterien aus dem Biofilm von chinesischen Vorschulkindern untersuchten. Da die Kariesprävalenz bei Kindern in China hoch ist, sind einfache und leicht umsetzbare Präventionsmethoden zur Vermeidung der Erkrankung vorteilhaft. In der Untersuchung wurden ähnliche Konzentrationen an Laktobazillen eingesetzt, wie sie in probiotischen Lebensmitteln und Getränken auftreten. Dadurch wurden einige Stämme von S. mutans bis zu 90% in ihrem Wachstum gehemmt.

In China sind 76,6 Prozent aller Fünfjährigen von Dentalkaries betroffen, so dass einfache und sichere Methoden zur Prävention von zentraler Bedeutung sind. Viele Studien geben Anlass zu der Annahme, dass Karies durch eine bakterielle Dysbalance begünstigt wird: Dentalplaques bestehen aus einem bakteriellen Biofilm, der sich nach und nach auf der Zahnoberfläche bildet. Die Plaques können kariogen werden, wenn vermehrt Karies-assoziierte Arten auftreten und vorteilhafte Bakterienspezies verdrängen. Probiotika sind Zubereitungen, die Mikroorganismen enthalten, welche keine Infektionen hervorrufen – häufig handelt es sich um Laktobazillen oder Bifidobakterien. Untersuchungen haben ergeben, dass sie sich positiv auf die Oralflora auswirken können und die Zusammensetzung von Dentalplaques beeinflussen. In Vorstudien hatten die Autoren bereits beobachtet, dass fünf probiotische Laktobazillen-Stämme in der Lage waren, das Wachstum und die Bildung eines Biofilms durch die kariogene Spezies Streptococcus mutans zu hemmen. Dies erfolgt möglicherweise durch die Schaffung eines sauren Milieus und die Abgabe von Wasserstoffperoxid oder Bacteriocin-ähnlichen Polypeptiden. Nun sollte der Effekt von vier probiotischen Laktobazillen-Stämmen auf Biofilmbakterien und S. mutans bei Kindern mit schwerer Karies evaluiert werden.

20 an Karies erkrankte Kinder (10 männlich, 10 weiblich) im Alter zwischen drei und fünf Jahren mit einem Kariesindex ≥ 6 nahmen an der Studie teil. Von ihnen wurden Speichelproben und subgingivale Plaques gewonnen. Aus den Speichelproben wurden S. mutans-Stämme angezüchtet. Diese wurden gemeinsam mit vier probiotischen Laktobazillen-Arten (L. casei Shirota, L. casei LC01, L. plantarum ST-III und L. paracasei LPC37) kultiviert, um Inhibitionsraten zu bestimmen. Als Negativkontrolle diente Staphylococcus aureus. Bakterien aus den Dentalplaques der Kinder wurden 24 Stunden lang in Nährlösung zusammen mit einem Stück sterilem Hydroxyapatit, das die Zahnoberfläche simuliert, kultiviert. Nach Formierung des Biofilms wurden die Bakterien von den Hydroxyapatitstückchen suspendiert, bakterielle RNA gewonnen und einer quantitativen PCR unterzogen.

Zwölf S. mutans-Stämme wurden aus den 20 Speichelproben gewonnen. Hierbei handelt es sich um Stämme, die sich geringfügig unterscheiden und von klinischer Relevanz sind. Vier von ihnen wurden durch die probiotischen Laktobazillen deutlich im Wachstum gehemmt. Dabei wurden Inhibitionsraten von 70–90 Prozent beobachtet (P < 0,05).

Im Vergleich zur Negativkontrolle reduzierten L. casei Shirota, L. casei LC01, L. plantarum ST-III und L. paracasei LPC37 in den Biofilm-Kulturen die Gesamtzellzahl und hemmten das Wachstum von S. mutans, S. sanguinis sowie weiterer Streptokokken-Spezies (P < 0,05).

S. sobrinus, S. salvarius, Porphorymonas gingivalis, S. oralis und Actinomyces naeslundii wurden nicht im Wachstum gehemmt (P > 0,05). L. casei Shirota sowie L. paracasei LPC37 schienen die Vermehrung von S. gordonii zu fördern (P < 0,05).

Den Ergebnissen nach könnten probiotische Lebensmittel und Getränke das Wachstum kariogener Bakterien in der Oralflora hemmen. Normalerweise werden auch Laktobazillen als kariogen angesehen. In der Vergangenheit wurden für L. casei und L. plantarum jedoch auch präventive Effekte beschrieben, die durch diese Untersuchung bestätigt wurden. Die hier eingesetzten Laktobazillen befanden sich in Konzentrationen, wie sie auch in probiotischen Lebensmitteln üblich sind. Ihr Wirkmechanismus ist unbekannt, es ist jedoch denkbar, dass die Effekte durch Bacteriocine hervorgerufen wurden.

__________________________________________________________________
Quelle:
Lin X, Chen X, Tu Y, Wang S, Chen H; huic66@hotmail.com

Department of Conservative Dentistry and Periodontics, Affiliated Hospital of Stomatology, College of Medicine, Zhejiang University, Hangzhou, Zhejiang, China

Med Sci Monit. 2017 Aug 30;23:4175-4181


IME