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Von: - Ausgabe 5/2017 Beitrag Nr. 4

Assoziationen zwischen Nährstoffaufnahme und Schlaf

Die Nährstoffaufnahme zeigt Zusammenhänge mit der Schlafdauer und -qualität. Zu diesem Ergebnis kommen die Autoren einer australischen Studie, die Frauen einer Geburtskohorte im Alter von 31-36 Jahren untersuchte. Frauen mit einer durchschnittlichen Schlafdauer von ca. sechs Stunden und geringer Schlafqualität nahmen mit ihrer Ernährung mehr Fett, gesättigte und einfach ungesättigte Fettsäuren auf als Frauen ohne Schlafprobleme, die ca. acht Stunden täglich schliefen. Frauen mit einer Schlafdauer von ca. acht Stunden, die an Schlafproblemen litten, nahmen im Vergleich weniger Protein auf und hatten eine Ernährungsweise mit einem geringeren Protein-Kohlenhydrat-Verhältnis.

Übergewicht und Adipositas sind bei Frauen im gebärfähigen Alter bedenklich, da sie sich während einer Schwangerschaft negativ auf die Gesundheit der Mutter und des Kindes auswirken. Übergewichtige und adipöse Schwangere haben durch einen gestörten Glukose- und Lipidstoffwechsel ein erhöhtes Risiko für Komplikationen wie Gestationsdiabetes, Präeklampsie, Kaiserschnitt und eine erhöhte postpartale Gewichtsretention. Veränderte intratuterine Bedingungen beeinträchtigen die Fötalentwicklung, und erhöhen das Risiko für ein hohes Geburtsgewicht sowie für metabolische Störungen des Kindes. Dies kann im späteren Leben des Kindes Diabetes, Bluthochdruck, kardiovaskuläre Erkrankungen und Adipositas zur Folge haben.

Schlaf ist ein wichtiger Faktor für die Gesundheit. Viele Untersuchungen beschreiben Zusammenhänge zwischen Schlafmangel und einem erhöhten Körpergewicht. Es wurde beobachtet, dass Schlafmangel mit einer höheren Energieaufnahme, dem Verzehr von energiedichten Nahrungsmitteln, einer geringeren metabolischen Rate und veränderten Konzentrationen metabolischer Hormone wie Ghrelin oder Leptin einherging.

Für eine erfolgreiche Gewichtsreduzierung könnte ausreichender Schlaf bedeutsamer sein als bislang angenommen. Deshalb wurden in dieser Studie Assoziationen zwischen dem Schlafverhalten, der Schlafdauer und der Nährstoffaufnahme bei australischen Frauen im gebärfähigen Alter näher untersucht.

Die Analyse stützt sich aus Daten, die im Rahmen der Studie „Australian Longitudinal Study on Women’s Health“ (ALSWH) gewonnen wurden. Es handelt sich um eine sekundäre Datenanalyse der Geburtskohorte der Jahre 1973-1978. Das Ernährungsverhalten wurde mit Hilfe eines validierten Fragebogens ermittelt, der die Frequenz des Verzehrs von 74 Lebensmitteln abfragte. Aus Fragen zur Schlafdauer an Werktagen und Wochenenden, der Schlafqualität, dem Einschlafen und Müdigkeit wurden drei Schlaftypen abgeleitet. Unphysiologische Angaben zur Energieaufnahme oder der Schlafdauer wurden von der Analyse ausgeschlossen.

8200 Frauen von ursprünglich 14.247 nahmen an der Datenerfassung 2009 teil (62 %). Sie waren 31-36 Jahre alt. Um Schlaftypen zu ermitteln, wurde eine latente Klassenanalyse durchgeführt. Dabei handelt es sich um einen speziellen Typ eines Strukturgleichungsmodells, mit dem Strukturen in multivariaten kategorialen Daten identifiziert werden können. 

Drei Schlaftypen waren zu beobachten:

A.    Durchschnittlich 7,6 h Schlaf an Werktagen und 8,1 h an Wochenenden, ohne negative Symptome

B.    Durchschnittlich 7,6 h Schlaf an Werktagen und 8,3 h an Wochenenden, mit starker Müdigkeit, Einschlafproblemen und unruhigem Schlaf

C.   Durchschnittlich 5,7 h Schlaf an Werktagen und 6,2 h an Wochenenden, mit starker Müdigkeit, Einschlafproblemen und unruhigem Schlaf

Energieaufnahme in Abhängigkeit vom Schlaftyp

3570 Frauen waren Typ A zuzuordnen, 2109 Typ B und 915 Typ C. Verglichen mit Frauen vom Schlaftyp C nahmen Frauen des Typs A signifikant weniger Energie mit der Nahrung auf (7040 versus 7359 kJ/d; P = 0,01). Die Energieaufnahme aus Fett (35,8 versus 36,8; P < 0,001), gesättigten Fettsäuren (14,8 versus 15,5; P < 0,001) und einfach ungesättigten Fettsäuren (12,6 versus 12,9; P < 0.001) war ebenfalls deutlich geringer. Ähnliche Relationen wurden zwischen den Schlaftypen B und C gefunden, zwischen A und B bestanden keine Unterschiede hinsichtlich der Nährstoffaufnahme.

Assoziationen der Aufnahme von Makronährstoffen mit dem Schlaftyp

Multivariate Regressionsanalysen unter Einbeziehung sozioökonomischer Merkmale, Raucherstatus, Wohnort, Bildungsgrad und Depressionen ergaben, dass der Schlaftyp C positiv mit der Aufnahme von Fett (P = 0,003), gesättigten Fettsäuren (P < 0,001) und einfach ungesättigten Fettsäuren (P = 0,02) assoziiert war, während Typ B negativ mit der Aufnahme von Fett (P = 0,04), gesättigten Fettsäuren (P = 0,03), Protein (P = 0,01) und dem Protein-Kohlenhydrat-Verhältnis (P = 0,04) assoziiert war. Nach Einbeziehung des BMI blieben die Assoziationen der Aufnahme von Fett (P = 0,01), gesättigten Fettsäuren (P < 0,001), und einfach ungesättigten Fettsäuren (P = 0,04) mit Schlaftyp C sowie die negativen Assoziationen der Aufnahme von Protein (P = 0,01) und dem Protein-Kohlenhydrat-Verhältnis (P = 0,05) mit Typ B bestehen.

Auswirkungen des Schlafs auf Körpergewicht und die mentale und physische Gesundheit

Eine schlechte Schlafqualität bei den Schlaftypen B und C war unabhängig von der Schlafdauer positiv mit dem Körpergewicht und negativ mit der subjektiven mentalen und physischen Gesundheit assoziiert.

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Quellen:
Bennett CJ1, Truby H1, Zia Z2, Cain SW3, Blumfield ML1; Michelle.Blumfield@monash.edu 

1Be Active Sleep Eat (BASE) Facility, Department of Nutrition and Dietetics, School of Clinical Sciences, Faculty of Medicine, Nursing and Health Sciences, Monash University, Clayton, VIC, Australia; 2Department of Medicine, School of Clinical Sciences, Faculty of Medicine, Nursing and Health Sciences, Monash University, Clayton, VIC, Australia; 3Faculty of Medicine, Nursing and Health Sciences, School of Psychological Sciences, Monash University, Clayton, VIC, Australia.

Eur J Clin Nutr. 2017 Jun;71(6):712-717. doi: 10.1038/ejcn.2016.145.

 


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