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Von: - Ausgabe 1/2018 Beitrag Nr. 5

Von außen aufgedrängte Schlankheitsideale können zu einem höheren BMI bei Jugendlichen führen

Von Eltern oder Gleichaltrigen ausgeübter sozialer Druck schlank zu sein kann eine Erhöhung des Körpergewichtes bei Jugendlichen nach sich ziehen. Besonders übergewichtige und adipöse Heranwachsende waren gefährdet, durch äußeren Druck noch weiter an Körperfettmasse und BMI zuzunehmen. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass selbst Lob für einen Gewichtsverlust oder eine schlanke Statur negative Auswirkungen haben können.

Bereits 35% der 12- bis 19-Jährigen sind übergewichtig oder adipös. Im Jugendalter entwickelt sich ein persönlicher Lebensstil, und bestehendes Übergewicht wird oft lebenslang beibehalten. Dadurch steigt langfristig das Risiko für gesundheitliche Beeinträchtigungen im Erwachsenenalter.

Viele Heranwachsende können ihre natürlicherweise in der Pubertät zunehmende Körperfettmasse nicht mit den gängigen Schlankheitsidealen in Einklang bringen. Dies trifft vor allem auf Mädchen und übergewichtige Jugendliche zu. Nicht nur die Medien tragen zum Wunsch bei, dünn zu sein, sondern auch von Gleichaltrigen und Eltern kann ein entsprechender Druck ausgeübt werden. Dies kann sowohl indirekt durch Komplimente dünnen Personen gegenüber als auch direkt durch Ärgern oder provokante Aussagen erfolgen.

Schlankheitsideale tragen dazu bei, dass Heranwachsende mit ihrem Körper unzufrieden sind, Essstörungen entwickeln oder ihr Körpergewicht übermäßig stark kontrollieren. Viele Untersuchungen sprechen dafür, dass gerade diese Verhaltensweisen mit einer stärkeren Zunahme an Körpergewicht und Fettmasse assoziiert sind.

Gesunde Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren nahmen an der Studie zum Ernährungsverhalten teil. Ihrer Körperentwicklung entsprechend wurden sie in einer klinischen Untersuchung den Kategorien frühe/mittlere oder späte Pubertät zugeordnet. Zudem wurden Körpergewicht, -größe und -fettgehalt gemessen. Die Wahrnehmung von äußerem Druck, schlank zu sein, wurde durch die Frage ermittelt, wie oft die Jugendlichen diesbezüglich von Gleichaltrigen oder Eltern darauf angesprochen wurden. Dies umfasste Komplimente für Gewichtsverlust oder ihre schlanke Erscheinung. Auch die Mütter gaben Auskunft darüber, wie oft sie ihre Kinder dafür lobten, wenn diese ihr Körpergewicht reduziert hatten.

Besonders dicke Kinder empfinden sozialen Druck, ihr Körpergewicht zu reduzieren
Insgesamt 196 Teenager nahmen an der Untersuchung teil. Von ihnen waren zu Beginn der Untersuchung 61% schlank (n = 119), 15% übergewichtig (n = 29) und 24% adipös (n = 48).

Im Vergleich zu normalgewichtigen Gleichaltrigen beschrieben besonders übergewichtige und adipöse Jugendliche einen größeren äußeren Druck zum Schlanksein durch ihre Mütter (p < 0,001), Väter (p < 0,01) und durch gleichgeschlechtliche Altersgenossen (p < 0,01). Auch die Mütter von übergewichtigen und adipösen Teenagern beschrieben häufiger als solche von schlanken Jugendlichen, dass sie diesbezüglich häufiger Druck auf ihre Kinder ausübten (p < 0,001).

Überproportionale Steigerung des BMI und der Körperfettmasse durch sozialen Druck
1,1 ± 0,2 Jahre später nahmen 82% der Teilnehmer (n = 162) erneut an der Untersuchung teil.

Darin zeigte sich, dass von außen empfundener Druck positiv mit der BMI-Zunahme nach einem Jahr assoziiert war. Dieser Effekt war auch unter Einbeziehung der Kovariablen BMI, Pubertätsstadium, Geschlecht, Alter und Wachstum zu verzeichnen. Teenager, deren Mütter vermehrt über Druckausübung berichtet hatten, hatten ebenfalls überproportional zugenommen. Auch die Körperfettmasse nahm bei Teenagern, die Druck von Eltern oder Altersgenossen empfanden, stärker zu.

In multivariaten Regressionsmodellen, die alle Parameter und Kovariablen berücksichtigten, war nur der von den Müttern beschriebene äußere Druck mit der Zunahme des BMI (p = 0,04), und übermäßiger Gewichtszunahme (p = 0,02) bei übergewichtigen und adipösen Teenagern assoziiert.

Schlanke Teenager werden durch äußere Erwartungen nicht beeinflusst
Wurden die Jugendlichen nach Normal- und Übergewicht kategorisiert, so zeigten sich diese Effekte nur bei den Teenagern, die übergewichtig oder adipös waren. Bei schlanken Jugendlichen wirkten sich die von außen vorgegebenen Schlankheitsideale nicht auf den BMI oder die Körperfettmasse aus.

Fazit
Binnen eines Jahres kann sozialer Druck von Altersgenossen oder Eltern bei Teenagern dazu führen, dass sie überproportional stark an Körpergewicht und Fettmasse zunehmen. Dieser Effekt war bei vor allem bei übergewichtigen und adipösen Jugendlichen zu beobachten.

In dieser Analyse wurde der soziale Zwang durch die Häufigkeit subtiler positiver Äußerungen wie Lob über eine Gewichtsreduzierung oder eine schlanke Erscheinung gemessen. Diese sind sehr gebräuchlich und wirken auf den ersten Blick nicht schädlich, könnten aber den Studienergebnissen nach zur Entstehung bzw. Verstärkung von Übergewicht bei Teenagern beitragen.

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Quellen:
Suelter CS1, Schvey N2,3, Kelly NR2,3, Shanks M4, Thompson KA2, Mehari R2, Brady S2, Yanovski SZ5, Melby CL1,4, Tanofsky-Kraff M2,3, Yanovski JA2, Shomaker LB2,4,6; lauren.shomaker@colostate.edu

1Department of Food Science and Human Nutrition, Colorado State University, Fort Collins, CO, USA. 2Section on Growth and Obesity, Eunice Kennedy Shriver National Institute of Child Health and Human Development, National Institutes of Health, Bethesda, MD, USA. 3Department of Medical and Clinical Psychology, Uniformed Services University of the Health Sciences, Bethesda, MD, USA. 4Colorado School of Public Health, Colorado State University, Fort Collins, CO, USA. 5Office of Obesity Research, Division of Digestive Diseases and Nutrition, National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases, National Institutes of Health, Bethesda, MD, USA. 6Department of Human Development and Family Studies, Colorado State University, Fort Collins, CO, USA.

Pediatr Obes. 2018 Jan;13(1):14-22. doi: 10.1111/ijpo.12179.


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