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Von: - Ausgabe 1/2018 Beitrag Nr. 2

Auswirkungen des Erziehungsstils auf die Zahngesundheit

Ein Zwang ausübender Erziehungsstil ist einer Querschnittstudie zufolge negativ mit dem Mundhygieneverhalten bei indischen Schulkindern assoziiert. Weiter beeinflussten der sozioökonomische Status sowie das Verhalten der Eltern bei der eigenen Zahnpflege die Mundgesundheit ihrer Kinder.

Familiäre Ursachen für Karies sind noch nicht ausreichend geklärt
Karies zählt zu den zehn häufigsten Krankheiten weltweit. Schätzungen zufolge haben 60 bis 90% aller Schulkinder eine Karieserfahrung. Bei Kindern wirkt sich die häusliche Umgebung über das Hygieneverhalten und die Ernährung auf die Zahngesundheit bei Kindern aus: Die Eltern wählen die Ernährung und fungieren als Vorbild. Während sich viele Untersuchungen mit den Zusammenhängen zwischen Karies und der Ernährungsweise, dem sozialen Status oder dem Lebensstil beschäftigt haben, ist über die Bedeutung von familiären Beziehungen, dem Erziehungsstil und der Art des Familienlebens für die Entstehung von Karies noch wenig bekannt. Erste Analysen deuten an, dass in Familien mit unstrukturierter Lebensweise und schwierigen Beziehungen mehr Karies auftritt. Größere Studien zu diesem Thema fehlen jedoch bislang.

Häufiges Auftreten von Karies bei indischen Kindern
1539 Schulkinder aus der Region Medak (Telangana, Indien) nahmen an der Querschnittsstudie teil. Die Mehrzahl von ihnen war männlich (59,5%) und in einem Alter von 11 bis 14 Jahren. Ihr Kariesindex (DFT) wurde in einer klinischen Untersuchung bestimmt. 31% der Kinder hatten mindestens einen zerstörten Zahn, die mittlere Karieserfahrung lag bei 73 ± 1,37%.

Hohe Kariesprävalenz trotz wenig süßer Lebensmittel
Die Schulkinder beantworteten einen Fragebogen zum Mundhygieneverhalten, der Ernährungsweise und zu Zahnarztbesuchen. Die meisten Kinder aßen nur wenige Süßigkeiten (86,6%) und tranken selten gesüßte Getränke außerhalb der Mahlzeiten (73,6%). Die Mehrzahl von ihnen war noch nie beim Zahnarzt (82,5%) und putzten ihre Zähne einmal täglich (91,9%).

Eltern sind Vorbilder
Auch die Eltern – vorzugsweise die Mütter – gaben Auskunft über ihre Mundpflege, zum sozioökonomischen Status, der Familienstruktur und ihrem Erziehungsstil. Das Verhalten der Eltern bei der Zahnpflege war stark mit der Mundhygiene ihrer Kinder assoziiert (p = 0,009), was die Vorbildfunktion der Eltern unterstreicht.

Zugewandte Eltern – bessere Zahnpflege
Im Vergleich zu einem positiven Erziehungsstil wirkte sich Zwang negativ auf die Zahnpflege (p = 0,041) und die Karieserfahrung (p = 0,038) der Kinder aus. Ein hoher sozioökonomischer Status war erwartungsgemäß positiv mit der Mundhygiene assoziiert (p = 0,009). Das familiäre Umfeld und die Anzahl der Geschwister zeigten hingegen keine Zusammenhänge mit dem Mundhygieneverhalten.

Fazit
Wie schon durch vorhergehende Studien mit anderen Kohorten belegt, sind Eltern ein wichtiges Vorbild für das Mundhygieneverhalten ihrer Kinder. Ebenso wurde bestätigt, dass der sozioökonomische Status positiv mit der Mundgesundheit assoziiert ist. Diese Studie zeigt zudem, dass sich ein machtausübender Erziehungsstil negativ auf die Zahnpflege auswirkt.

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Quellen: 
Kumar S1,2, Tadakamadla J1,2, Zimmer-Gembeck MJ2,3, Kroon J1,2, Lalloo R2,4, Johnson NW1,2; santoshkumar.tadakamadla@griffithuni.edu.au

1School of Dentistry and Oral Health, Griffith University, Gold coast, QLD, Australia. 2Menzies Health Institute Queensland, Griffith University, Gold coast, QLD, Australia. 3School of Applied Psychology, Griffith University, Gold coast, QLD, Australia. 4School of Dentistry, The University of Queensland, Herston, QLD, Australia.

Community Dent Oral Epidemiol. 2017 Dec;45(6):552-558. doi: 10.1111/cdoe.12321.


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