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Von: - Ausgabe 1/2018 Beitrag Nr. 1

Risikofaktoren für Karies bei Jugendlichen

Heranwachsende haben laut einer aktuellen US-amerikanischen Untersuchung ein erhöhtes Kariesrisiko, wenn sie weiblich sind, seltener Zähne putzen, weniger Fruchtsaft konsumieren und ihre Mütter eine geringe Schulbildung haben. Der Longitudinalstudie nach sind die genannten Faktoren geeignet, einen hohen Kariesindex bei Jugendlichen vorherzusagen.

Jugendliche machen eine Reihe von physischen und sozialen Veränderungen durch. Sie werden zunehmend unabhängig von ihren Eltern, entwickeln eigene Gewohnheiten und Vorstellungen, die auch ihre Ernährung und Mundhygiene betreffen.

Für Heranwachsende liegt im Vergleich zur Phase der frühen Kindheit nur eine begrenzte Anzahl klinischer Studien vor, die Karies in dieser Altersgruppe näher untersuchen. Demnach haben 50% der 12- bis 15-jährigen und 67% der 16- bis 19-jährigen US-amerikanischen Jugendlichen aktuell Karies oder waren zuvor daran erkrankt. Querschnittsstudien legen nahe, dass ein niedriger sozioökonomischer Status, täglicher Konsum von gesüßten Getränken, fehlendes Frühstück und zu seltene Zahnpflege mit Karies im Zusammenhang stehen. Longitudinalstudien ergaben, dass vor allem ein niedriger sozioökonomischer Status und frühere Karieserfahrungen Risikofaktoren für Karies bei Jugendlichen darstellen. Diese Faktoren können bei Präventionsmaßnahmen jedoch nur berücksichtigt, aber nicht verändert werden. Aus diesem Grund suchten die Autoren dieser Longitudinalstudie nach weiteren Ursachen für Karies bei Heranwachsenden, die möglicherweise modifizierbar sind.

Eine Geburtskohorte von 1992-1995 wurde für die Iowa Fluorid Studie genutzt. Die Teilnehmer erhielten alle sechs Monate Fragebögen zur Fluoridexposition, und im Alter von 5, 9, 13 und 17 Jahren fanden zusätzlich klinische Untersuchungen statt, in denen der Kariesindex der bleibenden Zähne bestimmt wurde (DFS). Für diese Analyse wurden nur die Daten von 396 Kindern im Alter ab 9 Jahren betrachtet (46,2% männlich / 53,8% weiblich).

Mit Hilfe von Hierarchische Clusteranalysen wurden drei Kategorien gebildet:

A. Kariesfreie Individuen ohne Karieserfahrung (DFS = 0, n = 142),

B. Karieserfahrung im Alter von 13 mit geringer Inzidenz zwischen 13 und 17 Jahren (n = 145),

C. Probanden mit einem hohen DFS mit 13 Jahren und einer hohen Kariesinzidenz zwischen 13 und 17 Jahren (n = 109).

Demografische Risikofaktoren für Karies bei Jugendlichen
In der Kategorie C mit stärkerem Kariesbefall fanden sich mehr weibliche Heranwachsende (66%, p = 0,01) als in den anderen beiden Gruppen (A: 50%, B: 48%). Ein geringerer Bildungsgrad der Mutter war ebenfalls mit der Gruppe C assoziiert: Während hier nur 37% der Mütter das College mehr als vier Jahre besucht hatten, waren es in der kariesfreien Kategorie A 61% und der Kategorie B 47% (p < 0,001). Auch stammten Kinder der Kategorie C aus einkommensschwächeren Familien: 58% hatten ein Familieneinkommen von 60.000 $ oder mehr zur Verfügung, während es in Gruppe A 75% und B 68% waren (p = 0,007).

Zusammenhänge zwischen der Ernährung und dem Auftreten von Karies
Die Fluoridexposition und der Konsum von gesüßten Getränken unterschieden sich zwischen den Kategorien nicht. Probanden ohne Karieserfahrung (Gruppe A) tranken jedoch häufiger Fruchtsaft mit 100% Fruchtgehalt (p < 0,01) und Milch (p = 0,04). Jugendliche der Gruppe A putzten ihre Zähne häufiger als die der beiden anderen Kategorien (p = 0,02).

Durch multivariate logistische Regressionsmodelle konnte die Zugehörigkeit zu den Kategorien vorhergesagt werden. Wirkungsvariablen waren Fruchtsaftkonsum (p < 0,01), Zahnputzfrequenz (p = 0,04), Geschlecht (p < 0,01) und mütterlicher Bildungsgrad (p = 0,04).

Die Ergebnisse stehen im Einklang mit denen vorangegangener Studien, die ein erhöhtes Kariesrisiko bei sozial benachteiligten Individuen und seltenerem Zähneputzen gefunden haben. Hinsichtlich des Geschlechts sind die Ergebnisse weiterer Studien inkonsistent.

Ein Zusammenhang mit dem Verzehr von gesüßten Getränken konnte nicht hergestellt werden, jedoch war der Konsum von hochwertigem Fruchtsaft (100% Fruchtgehalt) bei den kariesfreien Probanden höher. Beide Lebensmittel enthalten jedoch Kohlenhydrate und wirken somit potentiell kariogen. Dieser Effekt wird reduziert, wenn die Einwirkdauer gering gehalten und die Getränke nicht in vielen kleinen Einzelportionen konsumiert werden. Die Autoren nehmen an, dass der stärkere Verzehr von Fruchtsaft durch ein höheres Familieneinkommen in der Kategorie A bedingt sein könnte, das den Kauf teurerer Lebensmittel begünstigt. Der Fruchtsaftkonsum könnte jedoch auch insgesamt mit einem gesünderen Lebensstil in dieser Gruppe assoziiert sein.

Fazit
Weibliche Heranwachsende sind kariesanfälliger als ihre männlichen Altersgenossen. Eine bessere Schulbildung der Mütter sowie regelmäßiges Zähneputzen verbessern die Zahngesundheit von Jugendlichen.

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Quellen: 
Warren JJ1, Van Buren JM2,3, Levy SM1,4, Marshall TA1, Cavanaugh JE2,5, Curtis AM2, Kolker JL6, Weber-Gasparoni K7; john-warren@uiowa.edu

1Department of Preventive & Community Dentistry, College of Dentistry, The University of Iowa, Iowa City, IA, USA. 2Department of Biostatistics, College of Public Health, The University of Iowa, Iowa City, IA, USA. 3Department of Pediatrics, Division of Critical Care, School of Medicine, The University of Utah, Salt Lake City, UT, USA. 4Department of Epidemiology, College of Public Health, The University of Iowa, Iowa City, IA, USA. 5Department of Statistics and Actuarial Science, College of Liberal Arts and Sciences, The University of Iowa, Iowa City, IA, USA. 6Department of Operative Dentistry, College of Dentistry, The University of Iowa, Iowa City, IA, USA. 7Department of Pediatric Dentistry, College of Dentistry, The University of Iowa, Iowa City, IA, USA.

Community Dent Oral Epidemiol. 2017 Dec;45(6):538-544. doi: 10.1111/cdoe.12317


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