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Von: - Ausgabe 3/2018 Beitrag Nr. 2

Die Aufnahme von freiem Zucker korreliert nicht mit dem BMI bei australischen Kindern und Jugendlichen

Eine Analyse der Daten der australischen nationalen Kinderernährungsstudie 2007 ergab, dass sich der Konsum von freiem Zucker nicht auf den BMI-z-Score bei australischen Kindern und Jugendlichen auswirkte. Auch eine indirekte Assoziation über den Energiegehalt der Nahrung konnte nicht beobachtet werden. Die Autoren schlussfolgern, dass eine einzelne Energiequelle vermutlich nicht als alleinige Ursache für Adipositas bei Kindern herangezogen werden kann.

Unklare Ursache für Adipositas bei Kindern

Immer wieder wird Nahrungszucker als Hauptursache für Adipositas bei Kindern diskutiert, doch wissenschaftliche Studien dazu kommen zu widersprüchlichen Ergebnissen. Z. B. erschweren inkonsistente Befunde, unterschiedliche Definitionen von Nahrungszucker sowie Unterschiede bei der Beurteilung oder Schätzung der Nahrungsaufnahme endgültige Schlussfolgerungen in Bezug auf diese Zusammenhänge. Während der Konsum von zuckerhaltigen Getränken bei Kindern mit den Veränderungen des Körpermassenindex (BMI) positiv assoziiert war, liegen für die Beziehung zwischen der gesamten freien Zuckeraufnahme und Gewichtsveränderungen bei Kindern keine klaren Belege vor.

Die Autoren dieser Studie untersuchten deshalb den Zusammenhang zwischen dem Verzehr von freiem Zucker und den BMI-z-Werten bei australischen Kindern und Jugendlichen. Dabei berücksichtigten sie sowohl direkte Effekte der Zuckeraufnahme als auch indirekte Assoziationen über den Energiegehalt. Dabei wurde freier Zucker der Definition der WHO gemäß als Mono- und Disaccharide definiert, die Lebensmitteln vom Hersteller, Koch oder Konsumenten zugesetzt werden oder natürlicherweise in Honig, Sirup, Fruchtsäften und Fruchtsaftkonzentraten enthalten sind.

Umfangreiche Auswertung von Ernährungsprotokollen

Daten von 1945 Kindern und Jugendlichen der australischen nationalen Kinderernährungsstudie 2007 wurden für die Analyse verwendet. Die Nahrungsaufnahme der Teilnehmer war mithilfe von zwei 24-Stunden-Ernährungsprotokollen erfasst worden, woraus die Aufnahme von freiem Zucker berechnet wurde. Mit Strukturgleichungsmodellen wurde untersucht, ob direkte Assoziationen zwischen der Zufuhr von freiem Zucker (in Prozent der gesamten Energieaufnahme) und dem alters- und geschlechtsspezifischen BMI bestanden. Dafür wurde der BMI-z-Score verwendet, ein transformierter BMI-Wert zur Beurteilung und Kategorisierung des Körpergewichtes bei Kindern. Zusätzlich wurden indirekte Zusammenhänge bestimmt, die durch den Energieüberkonsum vermittelt wurden, wobei Einflussvariablen wie die körperliche Aktivität, die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Ballaststoffen sowie der sozioökonomische Status als Kovariablen in das Modell aufgenommen wurden.

Keine Zusammenhänge zwischen der Aufnahme von Zucker und dem BMI-z-Score

Die aus den Ernährungsprotokollen berechnete Aufnahme von freiem Zucker zeigte weder direkt noch indirekt über den Energieverbrauch einen Zusammenhang mit dem BMI-z-Score der Kinder und Jugendlichen: Die Assoziation zwischen dem Gesamtverbrauch an freiem Zucker und dem BMI-z-Score war schwach und statistisch nicht signifikant (BMI-z-Score b = ­­‑0,06 pro 10% Anteil am Gesamtenergiegehalt der Nahrung, p = 0,705). Auch geschlechtsspezifische Analysen sowie die Unterscheidung nach Zuckerkonsum aus fester oder flüssiger Nahrung kamen zu ähnlichen Ergebnissen.

Zusammenhänge mit dem indirekten Einfluss von Zucker über den Energiegehalt waren ebenfalls nicht zu beobachten (BMI-z-Score b = -0,19 bis +0,03 pro 10% Anteil am Gesamtenergiegehalt der Nahrung, jeweils p > 0,05).

Zucker wirkt sich auf das Körpergewicht nicht stärker oder schwächer aus als andere Nährstoffe

Bei den Kindern und Jugendlichen dieser australischen Querschnittsstudie hatte die Zuckeraufnahme keinen Effekt auf ihren BMI-z-Score. Im Gegensatz zu anderen Studien wurde hier auch kein Zusammenhang zwischen dem BMI und der Aufnahme von Zucker aus Getränken beobachtet.

Die Autoren schließen daraus, dass Zucker sich in Bezug auf das Körpergewicht von anderen Nährstoffen nicht unterscheidet. Dennoch trägt ein erhöhter Konsum an Zucker, der über den individuellen Energieverbrauch hinaus geht, ebenso wie ein erhöhter Konsum von anderen Nährstoffen zu einer positiven Energiebilanz bei. Die Autoren empfehlen deshalb, insgesamt eine qualitativ hochwertige und ausgewogene Ernährung bei ausreichend körperlicher Aktivität zu propagieren, anstatt sich auf eine Energiequelle zu fokussieren.

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Wong THT1, Louie JCY2; jimmyl@hku.hk

1School of Biological Sciences, Faculty of Science, The University of Hong Kong, Pokfulam, Hong Kong SAR; 2School of Biological Sciences, Faculty of Science, The University of Hong Kong, Pokfulam, Hong Kong SAR.

Eur J Clin Nutr. 2018 Jul;72(7):1058-1060. doi: 10.1038/s41430-018-0124-z.


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