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Von: - Ausgabe 4/2018 Beitrag Nr. 5

Sozioökomische Faktoren und das Gesundheitsverhalten werdender Mütter beeinflussen das spätere Kariesrisiko ihrer Kinder

Die Schwangerschaft kann sich auch Jahre später noch die Gesundheit der Kinder auswirken. Dies betrifft auch die Zähne: Die Suche nach Zusammenhängen zwischen mütterlichen Merkmalen während der Schwangerschaft und der späteren Karieserfahrung ihrer Kinder im Alter von drei und sieben Jahren zeigte, dass eine Reihe von sozioökonomischen Faktoren, aber auch die Familienzusammensetzung, die Bildung sowie die Gesundheit der werdenden Mütter langfristige Effekte haben.

Die Schwangerschaft wirkt sich auf die spätere Gesundheit von Kindern aus

Karies tritt bei Kindern trotz des generellen Rückgangs immer noch fünfmal häufiger auf als Asthma, die zweithäufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. In vielen Ländern sind Zahnextraktionen der häufigste Grund für Anästhesien bei Kindern. Dabei tragen wenige Kinder die Hauptlast der Erkrankung, die vom sozioökonomischen Status und dem Lebensstil beeinflusst wird.

Die Gesundheit werdender Mütter spielt eine wichtige Rolle für die zukünftige Gesundheit ihrer Kinder, worunter auch auf die Zahngesundheit fällt. Beispielsweise deuten Studien an, dass Übergewicht und (Passiv-)Rauchen während der Schwangerschaft mit der Kariesprävalenz der Kinder im Vorschulalter Zusammenhänge aufweisen.

Ergebnisse von über 65.000 Kindern und ihren Müttern aus Stockholm

Diese Querschnittsstudie ist Teil einer Kohortenstudie aller in Stockholm wohnenden Kinder, die zwischen 2000 und 2003 geboren wurden. Die Kohorte wurde bis zu einem Alter von sieben Jahren beobachtet. Im Alter von drei und sieben Jahren wurden klinische Daten der Kinder ermittelt (Kariesindex deft: zerstörte, extrahierte und gefüllte Milchzähne). Daten zu den sozioökonomischen Bedingungen der Mütter, ihrem Bildungsstand, Einkommen, Erkrankungen, Gesundheitsverhalten, Familiencharakteristika, Körpergröße und -gewicht wurden den nationalen schwedischen Registern entnommen.

Mehr Karies bei Kindern von Müttern, die während der Schwangerschaft sozial benachteiligt waren

65.259 Kinder wurden untersucht, von denen 5,5 % im Alter von drei Jahren und 18 % mit sieben Jahren Kariesläsionen aufwiesen. Univariate Analysen ergaben, dass Mütter, deren Kinder mit drei Jahren an Karies erkrankt waren, jünger waren (9 versus 5 % Kariesprävalenz), häufiger aus einem Land mit geringem Pro-Kopf-Einkommen stammten (6 versus 3 %), häufiger mehr als ein Kind hatten (7 versus 4 %), ein geringes Familieneinkommen hatten (11 versus 3 %), während der Schwangerschaft geraucht hatten (10 versus 5 %) und/oder adipös waren (9 versus 5 %). In multivariaten Analysen bestätigte sich ein höheres Kariesrisiko für Kinder mit Müttern aus Ländern mit niedrigem Pro-Kopf-Einkommen sowie für Kinder aus Familien mit geringem Einkommen und alleinlebenden Müttern. Kinder von Müttern mit geringer Schulbildung und mehr als zwei Kindern hatten ebenfalls ein höheres Kariesrisiko. Weitere Modelle bestätigten Assoziationen der Karieserfahrung mit Müttern, die jünger als 25 Jahre waren sowie mit Rauchen und Adipositas in der Schwangerschaft.

Ein hohes kumulatives Risiko entsteht, wenn viele Faktoren gleichzeitig vorliegen

Sozioökonomische Faktoren und das mütterliche Gesundheitsverhalten während der Schwangerschaft sind diesen Ergebnissen zufolge wichtige Determinanten für die Mundgesundheit der Kinder im Vorschulalter. Kumulative Schätzungen ergaben für Dreijährige ein 16,1-fach höheres Kariesrisiko, wenn alle Risikofaktoren gemeinsam vorliegen, für Siebenjährige war es 5,1-fach erhöht und stieg auf 75 %.

Da Bildung, Einkommen und andere sozioökonomische Faktoren kurzfristig nur schwer zu ändern sind, folgern die Autoren, dass Strategien entwickelt werden müssen, um werdende Mütter über diese Zusammenhänge zu informieren, um ihre Motivation für einen gesunden Lebensstil zu steigern.

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Quellen:

Julihn A1,2, Soares FC1, Hjern A3, Dahllöf G1,4; fercsoares@gmail.com

1Division of Orthodontics and Pediatric Dentistry, Department of Dental Medicine, Karolinska Institutet, Stockholm, Sweden; 2Specialist Dental Care, Public Dental Health Service, Region Västra Götaland, Sweden; 3Clinical Epidemiology, Department of Medicine, Karolinska Institutet and Centre for Health Equity Studies, Stockholm, Sweden; 4Center for Pediatric Oral Health Research, Stockholm, Sweden.

JDR Clin Trans Res. 2018 Oct;3(4):395-404. doi: 10.1177/2380084418788066.

IME 15-10593


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