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Von: - Ausgabe 2/2019 Beitrag Nr. 5

Wie die häusliche und familiäre Umgebung die Entstehung von Adipositas beeinflusst: Ergebnisse einer Langzeitstudie über 21 Jahre

Dieser Studie aus Chile zufolge wirken sich eine Reihe von häuslichen und familiären Charakteristika sowie der Erziehungsstil langfristig auf die Entwicklung des Körpergewichtes und eine Adipositas im Erwachsenenalter aus. Kinder, die wenig Unterstützung durch ihre Eltern erfahren und in einer wenig anregenden Umgebung aufwachsen, werden häufiger und schneller dick. Wenn die Gewichtszunahme früh und schnell erfolgt, könnten die Kinder von sicheren und anregenden Spielmöglichkeiten profitieren.

Widrige Umstände in der Kindheit begünstigen eine spätere Adipositas

Die Lebensbedingungen in der Kindheit können sich auf die Entwicklung einer Adipositas auswirken, beispielsweise wurde beschrieben, dass Faktoren wie Armut, Alleinerziehen oder eine Depression der Mutter später zu Übergewicht und Adipositas bei den Kindern führen können. Auch Umgebungsfaktoren können sich bemerkbar machen, etwa, wenn sichere und ansprechende Plätze zum Spielen fehlen. Schützende Merkmale wurden ebenfalls identifiziert, zu ihnen zählen die Beteiligung des Vaters an der Erziehung, viele Geschwister und eine warme, zugewandte Erziehung.

Die Autoren versuchten, durch ihre Studie Merkmale der häuslichen Umgebung, der Familie, und der Erziehung von Kindern zu identifizieren, die mit einem höheren BMI im Erwachsenalter und einer größeren BMI-Wachstumsrate zwischen 5 und 21 Jahren einhergehen. Die BMI-Wachstumsrate war deshalb von Interesse, weil zuvor mehrfach gezeigt wurde, dass eine schnelle und frühe Gewichtszunahme die Entstehung von Adipositas begünstigt. Faktoren, die sich auf die BMI-Wachstumsrate auswirken, könnten dementsprechend das Ziel für Interventionen sein.

Eine Langzeitstudie unter chilenischen Kindern gibt Aufschluss

Alle fünf Jahre wurde der BMI von 1000 chilenischen Kinder ermittelt, im Alter von 1, 5, 10, 15 und 21 Jahren. Daraus wurden Wachstumskurven erstellt und auf Zusammenhänge mit Merkmalen aus dem kindlichen Umfeld hin analysiert.

Charakteristika zur häuslichen Umgebung, der Familie und der Erziehung im Alter von ein und zehn Jahren wurden von den Müttern in drei Fragebögen angegeben. Wenn die Kinder ein Jahr alt waren, wurden sie außerdem zu Hause besucht und über eine Stunde hinweg in ihrer natürlichen Umgebung beobachtet und die Charakteristika der häuslichen Umgebung ermittelt, beispielsweise wie die Eltern sich zum Kind verhalten oder ob Spielzeuge vorhanden waren, die geeignet waren, das Kind zum Lernen anzuregen.

Höhere BMI-Wachstumsrate bei Kindern aus ungünstiger häuslicher Umgebung

Mit 21 Jahren waren 45,9 Prozent der Studienteilnehmer normalgewichtig, 30,9 Prozent übergewichtig (BMI ≥ 25 und < 30), 20,9 Prozent adipös (BMI ≥ 30 und < 40) sowie 2,3 Prozent extrem adipös (BMI ≥ 40). In diesen vier Gruppen hatte sich der BMI im Laufe der Zeit stark unterschiedlich entwickelt: Pro Altersintervall war er um durchschnittlich 1,8 (normalgewichtig), 3,6 (übergewichtig), 5,3 (adipös) und 7,6 (extrem adipös) angestiegen. Die BMI-Wachstumsrate unterschied sich ab dem Alter von fünf Jahren, wobei schwere Kinder besonders zwischen 10 und 15 Jahren schneller dicker wurden – nur bei den normalgewichtigen Studienteilnehmern verhielt sich das BMI-Wachstum linear.

Ein höherer BMI mit 21 Jahren stand im Zusammenhang mit familiärem Stress, Abwesenheit des Vaters, Depressionen der Mutter, Unsauberkeit und einem häufigen Aufenthalt des Kindes im Laufstall im Alter von einem Jahr. Die BMI-Wachstumsrate war höher, wenn die häusliche Umgebung wenig ansprechend war und die Kinder wenig Möglichkeiten zur aktiven Stimulation hatten.

Häusliche und familiäre Merkmale im Alter von 10 Jahren, die den BMI mit 21 Jahren beeinflussten, waren mütterliche Depressionen, ein unattraktives häusliches Umfeld, wenig entwicklungsfördernde Erfahrungen, wenig aktive Stimulation, hoher familiärer Stress und eine geringere elterliche Wärme und Akzeptanz.

Fazit der Autoren

Die Ergebnisse zeigen, dass der BMI und seine Steigerungsrate ab dem fünften Lebensjahr für die Vorhersage des Gewichtsstatus im jungen Erwachsenenalter wichtig sind. Die frühzeitige Erkennung einer beschleunigten Gewichtszunahme im Kindesalter ist daher ein kritischer Marker für eine spätere Adipositas.

Kinder, die wenig unterstützenden Verhältnissen ausgesetzt waren, wurden als junge Erwachsene zu einem größeren Anteil übergewichtig oder adipös; diese Faktoren hängen den Ergebnissen zufolge mit einem schnelleren Anstieg des BMI zusammen. Die Identifizierung der hier gefundenen häuslichen und familiären Faktoren zeigt eine Vielzahl möglicher Interventionen auf, beispielsweise die Anleitung der Eltern, die körperliche Aktivität ihrer Kinder zu fördern und ihre Bewegungsfreiheit weniger einzuschränken. Darüber hinaus wären Programme hilfreich, die besonders bei Kindern mit früher und schneller Gewichtszunahme anregende und sichere Spielaktivitäten bieten.

Chile ist das Land mit den meisten übergewichtigen und adipösen Kindern in Südamerika: 10,6 Prozent der Vorschulkinder und 18,5 Prozent der Erstklässler sind adipös.

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Quellen:

East P1, Delker E1,2, Blanco E1,3, Burrows R4, Lozoff B5, Gahagan S1,5; peast@ucsd.edu

 

1Department of Pediatrics, University of California, San Diego, La Jolla, CA; 2Joint Doctoral Program in Public Health, San Diego State University/University of California , San Diego, La Jolla, CA; 3Doctoral Program in Public Health, University of Chile , Santiago, Chile; 4Institute of Nutrition and Food Technology, University of Chile , Santiago, Chile; 5Center of Human Growth and Development, University of Michigan , Ann Arbor, MI

Child Obes. 2019 Jan 24. doi: 10.1089/chi.2018.0222.


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