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Von: - Ausgabe 2/2019 Beitrag Nr. 3

Eine Ernährungsumstellung gemäß amerikanischer Empfehlungen verringert das kardiometabolische Risiko nicht

Ohne eine gezielte Reduktion des Körpergewichtes führte die Umstellung von typisch amerikanischen Ernährungsgewohnheiten auf eine Ernährungsweise, die offiziellen Empfehlungen folgt, bei übergewichtigen und adipösen Frauen nicht zu einer signifikanten Veränderung des Glukose- oder Fettstoffwechsels. Demnach scheint die Qualität der Ernährung und ihre Nährstoffzusammensetzung bei Personen mit einem hohen Risiko für kardiometabolische Erkrankungen weniger von Bedeutung zu sein als ein Gewichtsverlust durch eine negative Kalorienbilanz und gesteigerte körperliche Aktivität.

Ernährungsgewohnheiten und kardiometabolisches Risiko

2010 wurden die Dietary Guidelines for Americans (DGA) ausgesprochen, in denen eine Ernährungsweise mit viel Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, fettreduzierten Milchprodukten sowie weniger Salz, Fett und Zucker empfohlen wird. 2015 wurde die Empfehlung überarbeitet, wobei die grundlegenden Aussagen bestätigt und einige Ergänzungen vorgenommen wurden. Eine Reihe von Studien haben bestimmte Ernährungsweisen und -muster mit kardiometabolischen Erkrankungen in Verbindung gebracht, aber nur wenige Interventionsstudien haben bisher gezeigt, dass eine Änderung des Ernährungsmusters ohne das Ziel der Gewichtsreduktion Auswirkungen auf den Glukose- oder Fettstoffwechsel hätte.

Wirkt sich eine Ernährungsumstellung positiv auf den Stoffwechsel aus?

Die Autoren dieser Studie haben sich zum Ziel gesetzt, zu überprüfen, ob sich bei übergewichtigen und adipösen Frauen mit typisch amerikanischen Ernährungsgewohnheiten die Umstellung auf eine Ernährungsweise, die den Dietary Guidelines for Americans (DGA) folgt, auf den Glukosestoffwechsel oder kardiovaskuläre Parameter auswirkt. Dabei war es ausdrücklich nicht das Ziel, dass die Probandinnen ihr Körpergewicht reduzierten.

Wenig körperlich aktive Frauen im Alter von 21 bis 64 Jahren mit einem BMI ab 25 und mindestens einem kardiometabolischen Risikofaktor wurden in die Studie einbezogen. Frauen mit Bluthochdruck (>140/90 mmHg), deutlich erhöhten Blutfettwerten, gestörter Leber- oder Schilddrüsenfunktion sowie metabolischen und weiteren Erkrankungen wurden ausgeschlossen.

Die Intervention erfolgte randomisiert und doppelblind über acht Wochen. Sämtliche Lebensmittel wurden den Probandinnen gestellt, wobei die Menge ausreichend war, um das Körpergewicht beizubehalten. Die DGA-Ernährungsweise bestand aus Nahrungsmitteln mit geringerer Energiedichte, war zucker- und fettreduziert und beinhaltete mehr Vollkornprodukte, Obst und Gemüse. Der Kaloriengehalt war in beiden Gruppen individuell an den Energiebedarf der Studienteilnehmerinnen angepasst.

Nur der Blutdruck senkte sich durch die Ernährungsumstellung

Zwischen den beiden Ernährungsweisen wurden keine unterschiedlichen Effekte auf den Glukose- oder Fettstoffwechsel beobachtet. Insulinkonzentration, Nüchternblutzucker, Triglyzeride, Insulinresistenz und orale Glukosetoleranz unterschieden sich nicht voneinander. HDL- und Gesamtcholesterin nahmen in beiden Gruppen im Verlauf der Studie ab, LDL-Cholesterin blieb jedoch unverändert. Die Probandinnen beider Gruppen hatten weder ihr Körpergewicht noch den Körperfettanteil verändert.

Nach acht Wochen hatte der systolische Blutdruck in der Gruppe mit der DGA-Ernährungsweise im Vergleich zur typischen amerikanischen Ernährung signifikant abgenommen (‑9 mmHg, p < 0,05).

 

Ohne Gewichtsreduzierung hat die Nährstoffzusammensetzung der Diät wenig Effekte

Die Reduktion von Zucker und Fett zu Gunsten von Vollkornprodukten, Gemüse und Ballaststoffen zeigte den Ergebnissen dieser Studie zufolge außer auf den Blutdruck keine Relevanz für sämtliche getestete kardiometabolische Parameter. Eine Ernährungsumstellung ohne eine Reduzierung des Körpergewichts reicht demnach nicht aus, um bei übergewichtigen und adipösen Frauen Änderungen im Glukose- oder Fettstoffwechsel zu erreichen: Auch die Ernährungsweise, die den offiziellen Empfehlungen der Gesundheitsbehörden folgte, war diesbezüglich unwirksam. Üblicherweise zielen Interventionen zur Reduzierung des Risikos für Typ-2-Diabetes darauf ab, die körperliche Aktivität zu erhöhen, das Gewicht zu reduzieren oder beides zu erreichen, und Ähnliches gilt für kardiovaskuläre Verbesserungen.

Weder die Veränderung der Ernährungsmuster noch der hohe Anteil an Ballaststoffen in der DGA-Ernährung oder die Fett- und Zuckerreduzierung wirkten sich in dieser Untersuchung auf Risikofaktoren für Typ‑2-Diabetes aus. Die Autoren nehmen an, dass die Veränderung des systolischen Blutdrucks in der DAG-Gruppe auf den reduzierten Natrium- und höheren Kaliumgehalt zurückgeführt werden kann.

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Quellen:

Krishnan S1,2, Adams SH3,4, Allen LH1,2, Laugero KD1,2, Newman JW1,2, Stephensen CB1,2, Burnett DJ1,2, Witbracht M1,2, Welch LC1,2, Que ES1, Keim NL1,2;

 

1Western Human Nutrition Research Center, Agricultural Research Service, USDA,

Davis, CA; 2Department of Nutrition, University of California-Davis, Davis, CA.

3Arkansas Children's Nutrition Center; Department of Pediatrics, 4University of Arkansas for Medical Sciences, Little Rock, AR.

 

Am J Clin Nutr. 2018 Aug 1;108(2):266-278. doi: 10.1093/ajcn/nqy113.


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