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Die Energie- und Fettaufnahme übergewichtiger und schlanker Kinder mit unterschiedlichem Adipositasrisiko

Der Vergleich von Nährstoff- und Energieaufnahme, Körpergewicht und Größe 5-8-jähriger Kinder mit ihrem Energieumsatz ergibt eine Korrelation zwischen dem Fettanteil der Kost und dem Risiko, Übergewicht zu entwickeln.

Voraussetzung für ein stabiles Körpergewicht ist die ausgeglichene Energiebilanz. Die Art der Energielieferanten galt dafür lange Zeit als unerheblich. Neuere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Nahrungsfett möglicherweise eine Sonderstellung einnimmt. Fettreiche Kost scheint eine positive Energiebilanz eher zu begünstigen als eine isoenergetische Kost mit ausgeglichener Nährstoffrelation. Als mögliche Erklärung wird die eng begrenzte Speicherkapazität des Organismus für Aminosäuren und Kohlenhydrate diskutiert, während Fettdepots nahezu unbegrenzt erweiterbar sind.

 

Die Daten für Kinder sind widersprüchlich. Einige Studien zeigen eine Korrelation zwischen Fettaufnahme und Adipositas, andere können die Befunde nicht bestätigen. Kinder adipöser Eltern haben ein erhöhtes Risiko, selbst adipös zu werden; ob dafür ausschließlich ein höherer prozentualer Fettanteil der Kost oder zusätzliche genetische Faktoren verantwortlich sind, lässt sich aus den vorhandenen Daten nicht eindeutig erkennen.

 

Ziel der vorliegenden Studie ist es, im Vergleich zwischen schlanken, Adipositas-gefährdeten, schlanken und bereits adipösen Kindern den möglichen Zusammenhang zwischen Energie- und Fettaufnahme auf der einen und Übergewicht auf der anderen Seite aufzuzeigen.

 

In Schulen der Stadt Coleraine/Nordirland werden 114 gesunde Kinder (66 Jungen, 48 Mädchen) im Alter von 5-8 Jahren für die Studie rekrutiert; davon sind 14 übergewichtig [OB (obese) >95. Perzentile nach den Britischen Entwicklungsstandards] 50 normalgewichtig mit Risiko für Übergewicht [HR (high risk), mindestens 1 biologischer Elternteil BMI >29,5] und weitere 50 normalgewichtig [LR (low risk), ohne erkennbares Adipositasrisiko]. Die Kinder leben bei ihren biologischen Eltern, sie kommen aus allen sozialen Schichten; die meisten sind weiße Europäer.

Körpergewicht und Länge der Kinder und beider Elternteile werden unter standardisierten Bedingungen gemessen. Der Energieumsatz der Kinder wird über 10 Tage mit doppelt stabil markiertem Wasser (2H2O/H218O, oral verabreicht) über die Radioaktivitätsmessung im Urin und im CO2 der Atemluft ermittelt. Während dieser Periode erfassen die Eltern an 7 aufeinanderfolgenden Tagen alle von den Kindern verzehrten Speisen und Getränke mit der Wiegemethode. Mitarbeiter des Untersuchungsteams kontrollieren die korrekte Durchführung bei Hausbesuchen.

Körpergewicht (kg) und -länge (cm), BMI (kg/m2), fettfreie Körpermasse (kg) und Körperfett (kg und %KG) der LR- und der HR-Kinder unterscheiden sich nicht signifikant; bei HR sind die Werte jedoch tendenziell höher als bei LR. Mädchen haben in allen Gruppen ein höheres Körpergewicht als Jungen; bei den adipösen Kindern (OB) überwiegen Mädchen. Alle genannten Parameter liegen für die OB-Kinder deutlich höher als für die LR- und HR-Kinder; die Unterschiede sind signifikant. Bei den Vätern und Müttern ist die Sachlage etwas anders: Der BMI ist am niedrigsten bei LR; zwischen HR und OB besteht kein Unterschied (Mütter: LR : HR : OB = 22,8 : 29,3 : 27,9; LR : HR bzw. OB p <0,05).

 

Energieaufnahme und Energieumsatz der Kinder (jeweils MJ/d) steigen von LR über HR zu OB leicht an, die Relation Energieaufnahme : Energieumsatz x 100 sinkt mit schwacher Signifikanz zwischen LR und OB (LR : HR : OB = 98,4 : 95,3 : 86,3); OB-Kinder nehmen mehr Fett auf als LR und HR, sowohl als Gesamtmenge (g/d) als auch im prozentualen Anteil. Entsprechend sinkt der prozentuale Kohlenhydratanteil der Kost bei OB im Vergleich zu LR und HR, nicht jedoch die Menge (g/d). Die Proteinaufnahme der Kinder ist in allen 3 Gruppen nahezu gleich (Energie% und g/d).

In einer linearen Regressionsanalyse mit Körperfett als abhängiger und den Energielieferanten Protein, Gesamtkohlenhydrate, Zucker und Fett (% der Gesamtenergie) als unabhängige Variable erweist sich Fett als einziger signifikanter Vorhersagewert für Adipositas (r2 = 0,05; p <0,05). Vergleicht man den Fettanteil der Kost (27-47% der Energie) in Quartilen mit dem Körperfett der Kinder (% des KG), so sind die Kinder der ersten Quartile (prozentual niedrigster Fettanteil in der Kost) schlanker als die der letzten (19,5±7,5 bzw. 24,9±9,4% Körperfett; p <0,05). Gesamtkohlenhydrate und Fett sind indirekt korreliert, d. h. die schlankesten Kinder verzehren prozentual am meisten Kohlenhydrate; eine Korrelation mit dem Zuckerkonsum lässt sich nicht herstellen.

 

Methodische Probleme der Studie werden ausführlich diskutiert im Hinblick auf mögliche Schlussfolgerungen, so u. a. die Auswahl der Kinder (32% der angefragten Eltern lehnten die Teilnahme ab) und möglicherweise unvollständige Angaben zur Nährstoffaufnahme, insbesondere für die adipösen Kinder. Trotz dieser Einschränkungen bleibt festzuhalten, dass auch bei Kindern der Fettanteil in der Nahrung offensichtlich der entscheidende Ernährungsfaktor ist für die Entwicklung einer Adipositas.


IME

McGloin(1), A. F., M. B. E. Livingstone(1), L. C. Greene(1), S. E. Webb(1), J. M. A. Gibson(1), S. A. Jebb(2), T. J. Cole(3), W. A. Coward(2), A. Wright(2), A. M. Prentice(4)
(1. Northern Ireland Centre for Diet and Health, School of Biomedical Sciences, University of Ulster, Coleraine, Northern Ireland, Großbritannien; 2. MRC Human Nutrition Research, Cambridge, Großbritannien; 3. Centre for Paediatric Epidemiology and Biostatistics, Institute of Child Health, London, Großbritannien; 4. MRC International Nutrition Group, Public Health Nutrition Unit, London School of Hygiene and Tropical Medicine, London, Großbritannien):
Energy and fat intake in obese and lean children at varying risk of obesity.
International Journal of Obesity, 26 (2002) pp. 200-207.