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Von: - Ausgabe 5/2017 Beitrag Nr. 5

Hinweise auf geringeren BMI und besseres metabolisches Profil durch genügend Schlaf

Die Schlafdauer ist negativ mit dem BMI und dem Taillenumfang assoziiert, während eine umgekehrt proportionale Beziehung zum HDL-Cholesterin besteht. Zu diesem Resultat kamen Forscher der Universität Leeds. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass Menschen, die mehr schlafen, weniger gefährdet sind, Übergewicht und Adipositas zu entwickeln. Übergewicht und Adipositas begünstigen metabolische Dysfunktionen und bringen eine Vielzahl an Komorbiditäten mit sich, die hohe Kosten verursachen und die Lebenserwartung verringern. Lebensstilfaktoren, die zur Vermeidung von Übergewicht und Adipositas beitragen können, sind deshalb für Präventionsmaßnahmen von großer Wichtigkeit. Ausreichender Nachtschlaf könnte einer von ihnen sein.

Schätzungen zufolge waren 2015 ca. 415 Millionen Menschen weltweit von Diabetes betroffen, davon etwa 4,5 Millionen im Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland. Im Vereinigten Königreich sterben jedes Jahr 24.000 Personen vorzeitig an Diabetes. Meist handelt es sich um Diabetes Typ 2, für den Adipositas ein entscheidender Risikofaktor darstellt. 

Die Schlafdauer nimmt in vielen Ländern ab, während der letzten zehn Jahre um durchschnittlich 37 Minuten pro Tag. Epidemiologische Studien haben bereits mehrfach Hinweise darauf gegeben, dass kurzer Nachtschlaf mit Typ 2 Diabetes, dem metabolischen Syndrom und Adipositas assoziiert ist. Man beginnt, die zugrundeliegenden Mechanismen zu identifizieren und zu verstehen. Beispielsweise scheint eine kurze Schlafdauer die Ernährungsweise in Richtung energiedichter, das Belohnungszentrum stimulierender Lebensmittel zu beeinflussen. 

Um die Zusammenhänge näher zu beleuchten, wurden in dieser Studie Assoziationen zwischen der Schlafdauer und der Ernährung, Adipositas, dem Glukose- und Lipidstoffwechsel, Merkmalen für das metabolische Syndrom, der Schilddrüsenfunktion und Entzündungsparametern bei britischen Erwachsenen untersucht.

Das “National Diet and Nutrition Survey Rolling Programme“ (NDNS-RP) sammelt jährlich von 500 Kindern und 500 Erwachsenen aus privaten Haushalten in England, Nordirland, Schottland und Wales Daten zum Ernährungsverhalten und -status. Dafür wurden von den zufällig ausgewählten Probanden zwischen 19 und 65 Jahren über vier Tage hinweg Ernährungstagebücher geführt sowie Angaben zu persönlichen Daten, dem Lebensstil und der Schlafdauer gesammelt. Weiter wurden anthropometrische Daten, Blutdruck und metabolische Laborparameter (Nüchternblutglukose, HbA1c, HDL, LDL, Triglyceride, T3, T4, TSH und CRP) bestimmt. Ein metabolisches Syndrom wurde den Probanden zugeordnet, die einen erhöhten Taillenumfang sowie einen erhöhten Blutdruck, Nüchternblutglukose, Triglyzeride oder reduzierte HDL-Konzentrationen aufwiesen.

Kein Zusammenhang zwischen der Ernährungsweise und der Schlafdauer…

Von 1615 Erwachsenen waren Daten verfügbar. Die Probanden wurden ihrer Schlafdauer entsprechend in drei Tertile unterteilt. Zwischen der Ernährungsweise und der Schlafdauer wurden keine Zusammenhänge gefunden (p = 0,14). Auch unter Einbeziehung des BMI konnten keine Assoziationen mit der Schlafdauer oder der Aufnahme von Energie, Kohlenhydraten, Fett oder Protein festgestellt werden. 

…aber zwischen dem BMI bzw. Taillenumfang und der Schlafdauer

Nach Adjustierung für Alter, Ethnie, Geschlecht, Rauchen und sozioökonomischem Status war die Schlafdauer negativ mit dem BMI assoziiert: Pro Stunde mehr Schlaf sank er um 0,46 kg/m2 (95 % CI -0,69 bis -0,24 kg/m2, p < 0,001). Auch der Taillenumfang sank um 0,9 cm pro zusätzlicher Stunde Schlaf (95 % CI -1,5 bis -0,3 cm, p = 0,004).

Mehr HDL-Cholesterin bei Menschen, die viel schlafen

Positive Assoziationen zeigten sich auch mit HDL-Cholesterin (0,03 mmol /l pro Stunde, 95 % CI 0,00 bis 0,05, p = 0,03), zudem war die Schlafdauer tendenziell positiv mit den Werten für freies Thyroxin und negativ mit HbA1c und CRP assoziiert (p = 0,09 bis 0,10).

Fazit

Langschläfer haben günstigere metabolische Profile, einen niedrigeren BMI und einen geringeren Taillenumfang, obwohl sich ihre Essgewohnheiten nicht von denen der Kurzschläfer unterscheiden.

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Quellen: 
Potter GDM1, Cade JE2, Hardie LJ1; umgdmp@leeds.ac.uk

1Division of Epidemiology and Biostatistics, School of Medicine, University of Leeds, Leeds, West Yorkshire, England; 2Nutritional Epidemiology Group, University of Leeds, Leeds, West Yorkshire, England.

PLoS One. 2017 Jul 27;12(7):e0182195. doi: 10.1371/journal.pone.0182195.

 


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