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Von: - Ausgabe 1/2020 Beitrag Nr. 2

Eine gute Mundhygiene könnte Bluthochdruck vorbeugen

Eine systematische Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse legt nahe, dass Paradontitis und Bluthochdruck miteinander zusammenhängen. Dies lässt erwarten, dass eine gute Mundhygiene sich allgemein positiv auf die Gesundheit auswirkt und dazu beiträgt, Bluthochdruck entgegenzuwirken.

 

45 Prozent der Weltbevölkerung haben einen Bluthochdruck und überschreiten einen systolischen Wert von 140 und/oder diastolischen Wert von 90 mmHg. Trotz guter Behandlungsmöglichkeiten wird ein großer Anteil davon nicht oder nur unzureichend behandelt. Laut Report der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 2104 ist Bluthochdruck die Ursache von 51 Prozent der Todesfälle durch Schlaganfall und 45 Prozent der Todesfälle durch kardiovaskuläre Erkrankungen.

Hinweise auf Zusammenhänge zwischen Parodontitis und Bluthochdruck mehren sich

Bluthochdruck ist eine Erkrankung multifaktoriellen Ursprungs, zu der auch Parodontitis beitragen könnte. Von Parodontitis sind Schätzungen zufolge über 50 Prozent der Weltbevölkerung betroffen. Gemäß einer Reihe von Studien ist Parodontitis – unabhängig von bekannten Risikofaktoren wie Rauchen und Fettleibigkeit – mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen assoziiert. Mehrere Studien deuten einen Zusammenhang zwischen schwerer Parodontitis und Hypertonie an, und einige Untersuchungen weisen darauf hin, dass eine erfolgreiche parodontale Behandlung den Blutdruck verbessern könnte. Die Autoren dieser Studie haben es sich deshalb zum Ziel gemacht, die Evidenz zwischen Parodontitis und Hypertonie kritisch zu bewerten. Dafür analysierten sie systematisch relevante Studien aus fünf elektronischen Datenbanken, die bis Dezember 2018 veröffentlicht worden waren.

Patienten mit Parodontitis haben mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Hypertonie

Von 81 ausgewählten Studien wurden 40 in quantitative Metaanalysen einbezogen. Zwanzig von ihnen verglichen die Wahrscheinlichkeit einer Hypertonie bei Personen mit und ohne Parodontitis. Die Odds Ratio (OR) reichte in diesen Studien von 0,9 bis 4,2. Aus 15 Querschnitts- und Fallkontrollstudien ergab sich beim Vorliegen einer mittelschweren bis schweren Parodontitis eine um 22 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck (OR = 1,22; 95 % Konfidenzintervall (CI): 1,10–1,35; p = 0,0001) und aus acht Studien mit schwerer Parodontitis von 49 Prozent (OR = 1,49; 95 % CI: 1,09–2,05, p = 0,01). Die Betrachtung von drei prospektiven Studien bestätigte die Ergebnisse, hier zeigte sich eine um 68 Prozent erhöhte Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck beim Vorliegen einer Parodontitis, die aber keine Signifikanz erreichte (OR = 1,68; 95 % CI: 0,85–3,35; p = 0,14).

Der mittlere Blutdruck bei Patienten mit Parodontitis ist höher als bei Patienten ohne Parodontitis

31 Studien lieferten Daten zum durchschnittlichen Blutdruck bei Patienten mit und ohne Parodontitis. Der Vergleich aus 26 Studien ergab, dass der mittlere systolische Blutdruck beim Vorliegen einer Parodontitis um durchschnittlich 4,49 mmHg höher war (95 % CI: 2,88–6,11; p < 0,00001), der mittlere diastolische Blutdruck um 2,03 mmHg (95 % CI: 1,25–2,81; p < 0,00001).

Verändert eine Parodontaltherapie den Blutdruck?

In zwölf Studien wurde der Effekt einer Parodontaltherapie auf den Blutdruck untersucht. Fünf der Studien ergaben eine Senkung des systolischen Blutdrucks um 3 bis 12,5 mmHg und des diastolischen Blutdrucks um 0 bis 10 mmHg. In sechs Studien zeigten sich keine Effekte, und eine Studie berichtete von einem Anstieg des Blutdrucks einen Tag nach der Therapie.

Die Belege, die auf eine Senkung des Blutdrucks durch eine Parodontaltherapie hindeuten, sind somit nicht schlüssig.

Fazit

Die Autoren folgern aus ihren Ergebnissen, dass Parodontitis die Wahrscheinlichkeit für Bluthochdruck erhöht. Obwohl zusätzliche klinische Untersuchungen zu diesem Zusammenhang erforderlich sind, deutet sich an, dass sich eine gute Mundgesundheit und die Behandlung einer Parodontitis allgemeine positiv auf die Gesundheit und die Lebensqualität auswirken und für die Behandlung von Patienten mit Bluthochdruck von Bedeutung sind.

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Quellen:


Muñoz Aguilera E1,2, Suvan J1, Buti J1, Czesnikiewicz-Guzik M3,4,5,6, Barbosa Ribeiro A3,4,7, Orlandi M1, Guzik TJ3,4,5,6, Hingorani AD8, Nart J2, D'Aiuto F1;

1Periodontology Unit, University College London Eastman Dental Institute, London WC1X 8LD, UK. 2Department of Periodontology, Faculty of Dentistry, Universitat Internacional de Catalonia, Sant Cugat del Vallès, Barcelona 08195, Spain. 3Department of Periodontology and Oral Sciences Research Group, University of Glasgow Dental School, Glasgow G12 8QQ, UK. 4Institute of Cardiovascular and Medical Sciences, University of Glasgow, Glasgow G12 8QQ, UK. 5Department of Experimental Dentistry and Dental Prophylaxis, Jagiellonian University, Krakow, Poland. 6Department of Internal and Agricultural Medicine, Jagiellonian University, Krakow, Poland. 7Department of Physiology, Ribeirao Preto Medical School, University of Sao Paulo, Sao Paulo, Brazil. 8Genetic Epidemiology, Institute of Cardiovascular Science, Faculty of Population Health Sciences, University College London, London WC1E 6BT, UK.

Cardiovasc Res. 2020 Jan 1;116(1):28-39. doi: 10.1093/cvr/cvz201.


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