Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten

Gut lachen mit gesunden Zähnen

Richtige Mundhygienefür gesunde Zähne und vitales Zahnfleisch

Unbeschwert essen, trinken und lachen mit gesunden Zähnen

Bewegungsmangel, körperliche Aktivität, Schlafdauer und Adipositasrisiko

In dieser Mendelschen Randomisierungsstudie wurden Zusammenhänge zwischen bekannten genetischen Varianten für sitzendes Verhalten, körperlicher Aktivität, Schlafdauer und Adipositas untersucht. Es fanden sich Zusammenhänge mit einer höheren Neigung für Fernsehen, Computernutzung, der Nutzung von Bildschirmen in der Freizeit und Autofahren.

Adipositas nimmt weltweit weiter zu

Weltweit sind derzeit etwa 30 Prozent der Erwachsenen adipös, und Schätzungen zufolge wird ihr Anteil bis 2030 auf 33 Prozent ansteigen. Adipositas ist eine komplexe Erkrankung, auf die viele Faktoren Einfluss nehmen und die hohe Gesundheitskosten verursacht. Neben einem höheren Risiko für verschiedene Folgeerkrankungen und einer erhöhten Sterblichkeitsrate bringt Adipositas negative psychosoziale Folgen wie soziale Stigmatisierung und Depression mit sich.

Sitzendes Verhalten gilt als ein wesentlicher Risikofaktor für Adipositas, während körperliche Aktivität ihr entgegenwirkt. Auch die Schlafdauer kann das Körpergewicht beeinflussen, indem sie Stoffwechselprozesse und den Appetit verändert. Dennoch gibt es Lücken im Verständnis des ursächlichen Zusammenhangs zwischen sitzendem Verhalten, Bewegung, Schlaf und Adipositas.

Ursachenforschung mit Mendelscher Randomisierung

Für die Studie wurde die Mendelsche Randomisierung verwendet, bei der unterschiedliche genetische Profile – in diesem Fall bekannte Varianten, die sitzendem Verhalten, Bewegung und der Schlafdauer zugeordnet werden können – im Hinblick auf eine Wirkung untersucht werden – in diesem Fall Adipositas. Die Methode geht über die Beschreibung von Zusammenhängen hinaus und erlaubt Rückschlüsse auf Ursachen. Sie ermöglicht auf diese Weise, genetische und umweltbedingte Risikofaktoren aufzudecken, die zu Gesundheitsproblemen führen.

Mit sitzendem Verhalten, Bewegung und der Schlafdauer assoziierte genetische Varianten wurden aus einer genomweiten Assoziationsstudie (GWAS) gewonnen. Daten zu Adipositas stammten aus dem Forschungsprojekt FinnGen (21.375 Betroffene und 355.786 Kontrollpersonen).

Vier Verhaltensweisen zeigen ursächliche Zusammenhänge

Die Analyse wies auf kausale Zusammenhänge zwischen der genetischen Veranlagung für vier Verhaltensweisen und Adipositas hin: Fernsehen (Odds Ratio [OR] = 1,55; 95 %-Konfidenzintervall [KI]:1,27 bis 1,90; p < 0,0001), Computernutzung (OR = 1,52; 95 %-KI: 1,08 bis 2,13; p = 0,0161), Freizeit-Bildschirmzeit (OR = 1,62; 95 % KI = 1,43 bis 1,84; p < 0,0001) und Autofahren (OR = 2,79; 95 %-KI: 1,25 bis 6,21; p = 0,0123).

Kein Zusammenhang wurde beobachtet mit sitzendem Verhalten, Pendeln zum Arbeitsplatz im Sitzen, Schlafdauer und körperlicher Aktivität.

Ergebnisse aus Expression Quantitative Trait Locus-Analysen (eQTL)

eQTL-Analysen können Genvarianten identifizieren, die die Expressionsstärke von Genen beeinflussen oder regulieren. Sie ermöglichen zudem Rückschlüsse auf Wirk- und Pathomechanismen, indem sie zellbiologische Netzwerke und Signalwege aufdecken, die auf einen Stimulus reagieren.

Die eQTL-Analyse ergab starke Assoziationen zwischen spezifischen Genen und Einzelnukleotid-Polymorphismen (Single-nucleotide polymorphism, SNP) sowohl im subkutanen als auch im viszeralen Fettgewebe. So fanden sich im Zusammenhang mit Fernsehen 214 eQTLs, 79 zur Computernutzung, 14 zum Autofahren und 139 zur Bildschirmnutzung in der Freizeit. Beispielsweise deutet die in beiden Arten von Fettgewebe beobachtete Assoziation zwischen dem RPS26-Gen und dem SNP rs10876864, die mit einer genetischen Neigung zum Fernsehen verbunden sind, darauf hin, dass langes Fernsehen Auswirkungen auf die Funktion des Fettgewebes hat.

Vieler der identifizierten Genvarianten sind an biologischen Signalwegen beteiligt, darunter der Synthese von Cortisol, der Insulinsekretion und Prozessen für Langlebigkeit. Weitere Genvarianten beeinflussen Schilddrüsenhormone, die am Energiestoffwechsel und der Regulierung der Körpertemperatur mitwirken.

Fazit

Die Ergebnisse liefern wertvolle Einblicke in mögliche Interventionen zur wirksamen Bekämpfung von Adipositas: Neben der Förderung von Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung könnten auch weniger Fernsehen, Computernutzung, Bildschirmzeit in der Freizeit und Autofahren wirksame Maßnahmen darstellen, um Adipositas zu verringern.

Quellen:
__________________________

Chen S1,2, Yang L1, Yang Y1, Shi W3, Stults-Kolehmainen M2,4, Yuan Q1, Wang C1, Ye J1; 3200006@zju.edu.cn

1Department of Nursing, International Institutes of Medicine, The Fourth Affiliated Hospital, Zhejiang University School of Medicine, Yiwu, Zhejiang, China; 2Department of Biobehavioral Sciences, Teachers College-Columbia University, New York, NY, United States of America; 3Li Ka Shing Faculty of Medicine, School of Public Health, The University of Hong Kong, Hong Kong, SAR China; 4Center for Weight Management, Digestive Health Multispecialty Clinic, Yale New Haven Hospital, New Haven, CT, United States of America;

Sedentary behavior, physical activity, sleep duration and obesity risk: Mendelian randomization study.

PLoS One. 2024 Mar 8;19(3):e0300074. doi: 10.1371/journal.pone.0300074.


Auf dem Laufenden bleiben

Sie können den Wissenschaftlichen Informationsdienst (WID) als E-Mail-Newsletter (erscheint viermal jährlich) kostenlos abonnieren. Melden Sie sich dafür hier an: