Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten

Gut lachen mit gesunden Zähnen

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Eine humorvolle Erzählung über Zahnpflege kann die Mundhygiene bei Kindern positiv beeinflussen

Nach wie vor sind viele Kinder von frühkindlicher Karies betroffen – dies ist die häufigste chronische Erkrankung im Kindesalter. Mit der üblichen Aufklärung für Kinder gelingt es nicht immer, sie zu einem guten Mundhygieneverhalten zu motivieren. Zudem können warnende Botschaften bei Kindern Angst erzeugen. Stattdessen können vermutlich aber auch lustige und humorvolle Geschichten eingesetzt werden: Spaß und die Fähigkeit zur richtigen Einordnung des Fehlverhaltens einer sympathischen Hauptfigur bei der Mundhygiene standen in dieser Studie mit dem Plaqueindex im Zusammenhang.

Lernen durch positive Botschaften

Zahnkaries ist die häufigste chronische Erkrankung bei Kindern, und Zähneputzen ist die einzige Möglichkeit, dies zu verhindern. Deshalb ist es notwendig, die Mundhygiene von Kindern zu verbessern und sie zu einer guten Zahnpflege anzuleiten. Meistens werden dafür eher warnende Botschaften verwendet, die das Thema unter Umständen negativ belegen oder sogar Angst einflößen.

Frühere Untersuchungen unter Erwachsenen zeigen, dass unterhaltsame und narrative Kommunikation die Gesundheitskompetenz fördern kann. Ob sich dadurch auch ein gutes Gesundheitsverhalten bei Kindern erreichen lässt, ist jedoch weniger gut untersucht. Man weiß aber, dass Kinder einen unterhaltsamen Unterricht, wie er beispielsweise aus Spots der Sesamstraße bekannt ist, im Allgemeinen gut aufnehmen. Deshalb haben die Autoren den Effekt einer humorvollen Geschichte auf den Plaqueindex untersucht und diesen mit dem eines lehrreichen Textes für Kinder, wie er standardmäßig für die Erklärung der Mundhygiene verwendet wird, verglichen. Zudem wurden die Meinung und Gefühle der Kinder über die Charaktere und die Handlung sowie ihre Intention bezüglich der Mundhygiene mit Hilfe von einer Skala mit einer Gesichter-Skala (unterschiedliche Smilies) erfragt.

Der orangene Affe

Die Autoren verwendeten die humorvolle Geschichte „Johnny Joker houdt zijn kiezen op elkaar“ (Johnny Joker beißt die Zähne zusammen). Die Geschichte hat eine charakterstarke, freche Hauptfigur und ist humorvoll. Die Handlungen der Hauptfigur werden jedoch im Verlauf der Handlung von wichtigen anderen Figuren negativ bewertet und subtil „bestraft“. Die Erzählung bewirkt, dass sich die Kinder mit den Charakteren auseinandersetzen, Gefühle und imaginäre Freundschaften zu ihnen entwickeln und Folgerungen daraus ableiten, die Gesundheitsbotschaften enthalten.

Die Geschichte enthält verschiedene Arten von Humor, beispielsweise merkwürdiges Aussehen und Verhalten (Affen sind orange, verkleidet und verhalten sich wie Menschen), Übertreibung (Johnny kann seinen Mund nicht mehr öffnen, weil er so klebrig ist) und absurde Szenen (Johnny putzt seine Zähne mit Schokoladencreme oder Seife).

An der Untersuchung nahmen 94 Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren teil, die in zwei Gruppen unterteilt wurden. Den Kindern wurde von den Eltern einen Monat lang jeden zweiten Tag entweder die Geschichte von Johnny Joker oder erklärende Informationen über richtiges Zähneputzen und seine Bedeutung vorgelesen. Der Plaqueindex, ein äußerst objektiver Indikator für die Zahnhygiene, wurde zu Beginn und nach vier Wochen ermittelt.

Spaß und Urteilskraft wirkten sich auf die Mundhygiene aus

Die Ergebnisse zeigten, dass die humorvolle Erzählung Beziehungen und Sympathie zur Hauptfigur, die Freude und die moralische Beurteilung der Charaktere steigerte.

Insgesamt betrachtet unterschied sich der Plaqueindex zu Beginn und nach vier Wochen nicht. Tiefer gehende Analysen, die eine Identifikation und erzeugte Gefühle berücksichtigten, zeigten jedoch, dass sowohl Spaß an der Geschichte als auch die moralische Einordnung der Charaktere die Veränderung des Plaqueindex vorhersagten. Alters- und Geschlechtsunterschiede waren dabei nicht zu beobachten. So waren die Kinder in der untersuchten Altersgruppe gut in der Lage, die Geschichte als humorvoll zu erkennen und als Witz einzuordnen.

Die Autoren schließen daraus, dass die Wirksamkeit eines humorvollen erzählenden Ansatzes entscheidend davon abhängt, ob das Kind es versteht, wenn eine handelnde Figur gegen Regeln verstößt.

Fazit

Ob lustige Geschichten darüber, wie man sich besser nicht verhält, dazu verwendet werden können, ein gutes Gesundheitsverhalten bei Kindern zu fördern, hängt entscheidend davon ab, ob sie sich darüber bewusst sind, dass das Verhalten der Figur „falsch“ ist. Ist dies nicht der Fall, so können sie das Gegenteil bewirken. Der Spaß am Text und die Bewertung der Hauptfigur standen mit dem Plaqueindex im Zusammenhang und konnten für dessen Vorhersage verwendet werden. Eine Identifizierung mit der Hauptfigur oder eine imaginäre Freundschaft waren dafür nicht erforderlich.

Quellen:
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Katalin É Bálint1, Enny Das2, Gert Stel3, Marnix Hoppener2; k.e.balint@vu.nl

1Communication and Cognition, Tilburg University; 2Centre for Language Studies, Radboud University Nijmegen; 3Centrum Voor Tandzorg.

Can A Funny Story about Tooth Brushing Decrease Plaque Scores in Children? A Longitudinal Field Experiment.

 

Health Commun. 2021 Jan 18:1-11. doi: 10.1080/10410236.2020.1871166.


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