Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten

Gut lachen mit gesunden Zähnen

Richtige Mundhygienefür gesunde Zähne und vitales Zahnfleisch

Unbeschwert essen, trinken und lachen mit gesunden Zähnen

Gibt es Unterschiede bei kalorienreduzierten Diäten mit und ohne täglichem Zeitfenster für die Nahrungsaufnahme?

Dieser Studie zufolge macht es keinen Unterschied, ob Patienten mit Adipositas bei einer kalorienreduzierten Diät nur über acht Stunden oder über den ganzen Tag hinweg essen: Nach zwölf Monaten waren die Effekte der Diäten in Bezug auf das Körpergewicht, Körperfett und andere metabolische Parameter in beiden Gruppen vergleichbar. Dies spricht dafür, dass die Energiebilanz über den Erfolg einer Diät entscheidet.

Die langfristigen Effekte einer zeitbegrenzten Nahrungsaufnahme sind noch unklar

Bei Adipositas ist der Gewichtsverlust durch eine Änderung des Lebensstils wesentlich. Dieser lässt sich über eine kalorienreduzierte Ernährung erreichen. Viele Studien vermelden jedoch nur einen mittleren Gewichtsverlust von weniger als fünf Prozent des Ausgangsgewichts nach zwölf Monaten, und auch die langfristige Aufrechterhaltung des niedrigeren Körpergewichts ist eine Herausforderung. Deshalb sucht man nach erfolgversprechenden, gut durchführbaren Alternativen.

Eine davon könnte zeitbeschränktes Essen sein, bei dem innerhalb von 24 Stunden nur während einer bestimmten Zeitspanne gegessen wird. Diese Methode ist relativ populär, weil sie einfach zu befolgen ist. Zudem haben Beobachtungsstudien gezeigt, dass spätes Essen eine Gewichtszunahme begünstigen und den Erfolg einer Diät vereiteln kann. Eine zeitbeschränkte Ernährung scheint dagegen das Gewicht und die Fettmasse bei Patienten mit Adipositas günstig zu beeinflussen. Ob diese Methode konventionellen Diäten überlegen ist, ist jedoch unklar. Auch über die langfristige Wirksamkeit und Sicherheit einer zeitbeschränkten Nahrungsaufnahme zur Gewichtsabnahme ist noch nicht genug bekannt. Diese randomisierte klinische Studie hatte deshalb zum Ziel, den Effekt von kalorienreduzierten Diäten mit und ohne zeitliche Begrenzung der täglichen Nahrungsaufnahme auf das Körpergewicht und metabolische Risikofaktoren von übergewichtigen Patienten zu untersuchen.

Gleiche Energiebilanz bei unterschiedlicher Nahrungsaufnahme

An der Studie konnten Menschen zwischen 18 und 75 Jahren mit einem Body-Mass-Index (BMI) zwischen 28 und 45 teilnehmen, die bis auf Adipositas im Wesentlichen gesund waren (z. B. ohne Diabetes). Während zwölf Monaten nahmen Männer 1500 bis 1800 und Frauen 1200 bis 1500 kcal pro Tag auf. Die 139 Teilnehmer wurden randomisiert auf zwei Gruppen aufgeteilt, von denen eine angewiesen wurde, die vorgegebenen Kalorien jeden Tag innerhalb eines Zeitraums zwischen 8:00 und 16:00 Uhr aufzunehmen (n = 69). Außerhalb dieser Zeit waren nur kalorienfreie Getränke erlaubt. Die Teilnehmer der anderen Gruppe (n = 70) konnten die vorgeschriebenen Kalorien ohne Zeitbeschränkung zu sich zu nehmen. Alle Teilnehmer erhielten für die Dauer der Studie eine qualifizierte Ernährungsberatung.

Das Hauptziel der Studie war, Unterschiede beim Abnehmen beider Gruppe zu erfassen. Weitere gemessene Parameter waren Veränderungen des Taillenumfangs, des Körperfettgehalts, der fettfreien Körpermasse, der Lebensqualität und metabolischer Risikofaktoren, darunter Blutzucker, Insulinsensitivität, Blutfettwerte und Blutdruck.

Gute Therapietreue

118 Teilnehmer (85 %) beendeten die 12-monatige Intervention. Ihr mittleres Alter betrug 31,9 ± 9,1 Jahre und ihr Gewicht 88,2 ± 11,6 Kilogramm. Die Merkmale der Teilnehmer zu Studienbeginn waren in den beiden Diätgruppen vergleichbar und typisch für adipöse Patienten. Auch die körperliche Aktivität war in den beiden Gruppen während der zwölf Monate ähnlich. Der mittlere Prozentsatz der Tage, an denen die Teilnehmer sowohl die vorgeschriebenen Kalorien als auch die Essenszeit einhielten, betrug 84,0 ± 16,1 Prozent in der Gruppe mit zeitlich begrenzter Nahrungsaufnahme und 83,8 ± 12,6 Prozent in der Gruppe ohne zeitliche Einschränkungen. Das durchschnittliche Kaloriendefizit und die Prozentsätze der Kalorienaufnahme aus Fetten, Kohlenhydraten und Proteinen waren in den beiden Gruppen über die zwölf Monate vergleichbar.

Keine Unterschiede zwischen den Gruppen

Der mittlere Gewichtsverlust nach zwölf Monate betrug 8,0 Kilogramm (95 % CI -9,6 bis ‑6,4 kg) in der Gruppe mit zeitlich eingeschränkter Nahrungsaufnahme und 6,3 Kilogramm (95 % CI -7,8 bis -4,7) in der anderen Gruppe. Der Unterschied war nicht signifikant (p = 0,11). Die Anzahl der Teilnehmer mit einem Gewichtsverlust von mehr als 5, 10 und 15 Prozent nach 12 Monaten war in beiden Gruppen vergleichbar. Auch in Subgruppenanalysen wurden keine Unterschiede beobachtet.

Die Körperfettmasse nach zwölf Monaten war in der Gruppe mit zeitlich eingeschränkter Nahrungsaufnahme um durchschnittlich 5,9 Kilogramm (95 % CI -7,1 bis -4,7) und in der Gruppe ohne zeitliche Beschränkung um 4,5 Kilogramm (95 % CI -5,6 bis -3,3) niedriger. Taillenumfang, BMI und Blutdruck waren in beiden Gruppen gleichermaßen gefallen. Nüchternblutzucker, Blutfettwerte und Insulinsensitivität waren in den beiden Gruppen während der zwölf Monate vergleichbar und hatten sich in ähnlichem Ausmaß verbessert.

Während der Studie kam es nicht zu Todesfällen oder schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen. Das Auftreten leichter Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, vermindertem Appetit, Oberbauchschmerzen, Dyspepsie und Verstopfung war in beiden Gruppen vergleichbar.

Fazit

Zeitbeschränktes Essen führt bei einer Kalorienbeschränkung zur Gewichtsabnahme zu ähnlichen Erfolgen wie eine normale kalorienreduzierte Diät. Dies spricht dafür, dass der Gewichtsverlust vor allem von der negativen Energiebilanz abhängt. Auch die Einhaltung der Diätvorgaben war vergleichbar. Zeitbeschränktes Essen ist demnach eine geeignete Alternative, einer konventionellen Diät jedoch nicht überlegen. Hervorzuheben ist die lange Dauer dieser Studie von zwölf Monaten.

Quellen:
____________________________________________

Liu D1, Huang Y1, Huang C1, Yang S2, Wei X1, Zhang P1, Guo D1, Lin J1, Xu B1, Li C3, He H3, He J3, Liu S1, Shi L2, Xue Y1, Zhang H1;

1Department of Endocrinology and Metabolism, Nanfang Hospital, Southern Medical University, Guangzhou, China; 2Department of Nutrition, Nanfang Hospital, Southern Medical University, Guangzhou, China; 3Department of Epidemiology, Tulane University School of Public Health and Tropical Medicine, New Orleans.

Calorie Restriction with or without Time-Restricted Eating in Weight Loss.

N Engl J Med. 2022 Apr 21;386(16):1495-1504. doi: 10.1056/NEJMoa2114833.


Auf dem Laufenden bleiben

Sie können den Wissenschaftlichen Informationsdienst (WID) als E-Mail-Newsletter (erscheint viermal jährlich) kostenlos abonnieren. Melden Sie sich dafür hier an: