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Herz-Kreislauf-Gesundheit: Zugesetzter und natürlicher Zucker aus Früchten machen keinen Unterschied

Eine über vier Wochen hinweg durchgeführte randomisierte kontrollierte Studie zeigt, dass sich gleiche Mengen an natürlichem Zucker aus Obst und zugesetztem Zucker aus Softdrinks in ihrer Wirkung auf kardiovaskuläre Parameter und das Körpergewicht nicht unterschieden. Die Autoren der Studie folgern daraus, dass sich Empfehlungen zur Ernährung eher ganzheitlich auf die gesamte Ernährungsqualität beziehen sollten, anstatt nur einzelne Nährstoffe oder Nahrungsmittel in den Blick zu nehmen.

Zucker in der Ernährung

Die menschliche Ernährung enthält an Zuckern vor allem Glukose, Fruktose, Galaktose, Laktose und Saccharose. Saccharose – Haushaltszucker – ist ein Disaccharid, das zu gleichen Teilen aus Fruktose und Glukose besteht. In der Lebensmittelproduktion werden zum Süßen von Erfrischungsgetränken, Desserts, Backwaren, Süßwaren und anderen Lebensmitteln oft auch Sirupe eingesetzt, die neben Glukose meist einen hohen Gehalt an Fruktose haben.

Obst ist ebenfalls eine wichtige Quelle für Zucker in der Ernährung. Es enthält außer Glukose und Saccharose insbesondere Fruktose. Chemisch gesehen gibt es zwischen Zucker aus Früchten und zugesetztem Zucker keinen Unterschied, und auch das Verhältnis von Glukose zu Fruktose ist ähnlich. Dies hat teilweise zu Empfehlungen geführt, dass auch Obst nur in  begrenzten Mengen konsumiert werden sollte, obwohl Früchte Ballaststoffe und viele wertvolle Mikronährstoffe enthalten und vergleichsweise kalorienarm sind.

Vierwöchige Vergleichsdiät

Um zu klären, ob sich Zucker aus Früchten anders auf die Gesundheit auswirkt als zugesetzter Zucker, verglichen die Autoren die Auswirkungen auf kardiometabolische Risikofaktoren von Zuckern aus ganzen Früchten mit denen von gesüßten Erfrischungsgetränken. Dafür nahmen 37 übergewichtige Probanden (BMI ≥ 28 kg/m²) über vier Wochen hinweg zusätzlich zu ihrer gewohnten und nach Belieben zusammengestellten Ernährung täglich entweder etwa 100 Gramm durch Zucker aus Früchten (sechs Portionen Bananen, Äpfel und Rosinen; n = 19) oder durch zugesetzten Zucker in Softdrinks (955 ml Coca-Cola oder Sprite; n = 18) zu sich. Die Anteile an Glukose und Fruktose in Früchten und Softdrinks waren vergleichbar.

Keine Unterschiede bis auf Harnsäure bei Männern

In beiden Gruppen hatten sich die Teilnehmer weitgehend an die Vorgaben gehalten und mehr als 90 Prozent der geforderten Mengen an Obst und Softdrinks zu sich genommen. Trotz der Zuckeraufnahme, die mit etwa 440 Kilokalorien pro Tag zur gesamten Energieaufnahme beitrug, hatten die Probanden in keiner der Gruppen zu- oder abgenommen. Es waren auch keine Veränderungen des Blutdrucks oder anderer kardiometabolischer Risikofaktoren zu beobachten. Eine Ausnahme stellte Harnsäure dar: Unter Männern in der Softdrink-Gruppe kam es zu einer klinisch bedeutsamen Zunahme von 57 Mikromol pro Liter (p = 0,008). Bei Frauen war dies nicht der Fall.

Schlussfolgerung

Die Hypothese der Autoren, dass sich Zucker in Früchten aufgrund seiner ernährungsphysiologischen Eigenschaften günstiger auf kardiometabolische Risikofaktoren auswirken würde als Zucker aus gesüßten Erfrischungsgetränken, bestätigte sich nicht: Die Ergebnisse lieferten keine Beweise dafür, dass eine vierwöchige regelmäßige Aufnahme von zugesetztem Zucker größere kardiometabolische Risiken mit sich bringt als Zucker aus Früchten. Eine Ausnahme war eine Erhöhung des Harnsäurespiegels bei übergewichtigen Männern, die Softdrinks zu sich genommen hatten. Multivariate Analysen deuteten an, dass der erhöhte Harnsäurespiegel aber eher auf einen erhöhten Alkoholkonsum zurückzuführen war. Dass dies bei Frauen nicht zu beobachten war, führen die Autoren unter anderem darauf zurück, dass erhöhte Harnsäurespiegel und Gicht bei Männer generell häufiger vorkommen.

Obgleich keine Unterschiede zwischen den Gruppen zu beobachten waren, raten die Autoren aufgrund der wertvollen Inhaltstoffe von Früchten dazu, diese als wichtigen Bestandteil der Ernährung zu konsumieren. Interventionen zur Vorbeugung von Fettleibigkeit und anderen Lebensstilerkrankungen sollten sich ihrer Meinung nach eher auf die Qualität der gesamten Ernährung konzentrieren als auf die Reduzierung zuckerhaltiger Getränke oder des Zuckerkonsums.

Quellen:
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Te Morenga L1, Mallard SR2,3, Ormerod FB4; l.temorenga@massey.ac.nz

1Department of Human Nutrition, University of Otago, Dunedin, New Zealand; 2Riddet Centre of Research Excellence, University of Otago, Dunedin, New Zealand; 3Edgar Diabetes and Obesity Research, University of Otago, Dunedin, New Zealand; 4School of Health, VIC University of Wellington, Wellington, New Zealand

No Effect of Added Sugars in Soft Drink Compared With Sugars in Fruit on Cardiometabolic Risk Factors: Results From a 4-Week, Randomized Controlled Trial.

Front. Nutr. 8:636275. doi: 10.3389/fnut.2021.636275


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