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Körperliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen in der Europäischen Region während der COVID-19-Pandemie

Diese systematische Übersicht und Meta-Analyse zeigt, dass während der COVID-19-Pandemie bei europäischen Kindern und Jugendlichen ein starker Rückgang aller Formen von körperlicher Aktivität zu beobachten war – insbesondere bei Jungen und Kindern zwischen acht und zwölf Jahren. In Zeiten von Schulschließungen war dieser Rückgang stärker ausgeprägt.

Noch weniger Bewegung während der COVID-19-Pandemie als sonst?

Bewegung ist für die körperliche und geistige Gesundheit von Kindern und Jugendlichen wichtig, um Risikofaktoren und Krankheiten langfristig vorzubeugen. Auch die psychische Gesundheit und Kognition profitieren von körperlicher Aktivität im Jugendalter. Hinzu kommt, dass regelmäßige körperliche Aktivitäten in jungen Jahren gesunde Gewohnheiten im späteren Leben begünstigen. Ein großer Teil der Kinder und Jugendlichen erreicht jedoch nicht die empfohlenen Mengen an Bewegung, und die COVID-19-Pandemie hat dies durch Schließungen von Kindergärten, Schulen, Sportstätten und Spielplätzen noch verschärft.

Es fehlt ein differenzierter Überblick, wie sich die körperliche Aktivität bei Jugendlichen in Europa durch die Pandemie verändert hat. Zudem gibt es bislang keine systematische Analyse zu den Auswirkungen von Pandemiebeschränkungen in europäischen Ländern im Hinblick auf potenziell gefährdete Gruppen.

Analyse von 26 Publikationen mit Kindern und Jugendlichen aus Europa

Es erfolgte eine Suche in sieben Datenbanken nach Studien für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre aus der Europäischen Region zur körperlichen Aktivität während der COVID-19-Pandemie. 26 Publikationen mit Daten von insgesamt 15.038 Personen vor und 13.041 Personen während der Pandemie erfüllten die vollständigen Einschlusskriterien. In ihnen wurde ein Ausgangswert der körperlichen Aktivität unter Verwendung validierter Messinstrumente mit jener in Zeiten unterschiedlich strenger Beschränkungen verglichen. Vier Studien stammten aus Spanien, vier aus dem Vereinigten Königreich, drei aus Deutschland, zwei aus Kroatien, zwei aus Italien, zwei aus Polen, zwei aus Slowenien und jeweils eine aus der Tschechischen Republik, Bosnien und Herzegowina, Irland, den Niederlanden, Portugal, Schweden und der Schweiz. Sie waren als Kohorten-, Querschnitts- und retrospektive Studien angelegt.

Auswahl und Beurteilung der Qualität bzw. Aussagekraft der Studien erfolgten nach gängigen Kriterien für systematische Reviews und Meta-Analysen (GRADE-Ansatz und PRISMA; Studienregister PROSPERO: CRD42023395871).

20 Prozent der täglich empfohlenen Menge an Bewegung gingen verloren

Für die Veränderung der körperlichen Aktivität wurde eine Metaanalyse mit Daten aus 14 Studien durchgeführt. Die gepoolte standardisierte mittlere Differenz (SMD) betrug -0,57 (95 %-KI: -0,95 bis -0,20; I2 = 96 %), wobei die Evidenzsicherheit als „niedrig“ eingestuft wurde. Dies entsprach einer Abnahme um etwa 48 Minuten pro Tag. Subgruppenanalysen zeigten einen höheren Rückgang der körperlichen Aktivität bei Jungen und bei Kindern im Alter zwischen acht und zwölf Jahren sowie bei Teenagern. Bei Kindern bis sieben Jahren war kein Rückgang während der Pandemie zu beobachten. Insbesondere während partieller und kompletter Schulschließungen hatte die körperliche Aktivität abgenommen.

Mäßige bis starke körperliche Aktivität wurde von zwölf Studien erfasst. Sie hatte ebenfalls abgenommen (SMD -0,43 [95 %-KI: -0,75 bis -0,10; I² = 92 %]), umgerechnet um etwa zwölf Minuten pro Tag. Dies entspricht 20 Prozent der von der WHO empfohlenen Menge an Bewegung. Bei Jungen und Kindern zwischen acht und zwölf Jahren war der Rückgang stärker ausgeprägt.

Sportliche Aktivitäten haben tendenziell ebenfalls abgenommen, sie wurden aber nur von drei Studien erfasst, so dass keine Meta-Analyse durchgeführt wurde.

Gegenmaßnahmen

Vor dem Hintergrund, dass nur ein Bruchteil der Kinder und Jugendlichen die von der WHO empfohlene Menge an Bewegung erreicht und diese stetig weiter abnimmt, halten die Autoren der Studie Gegenmaßnahmen für wichtig. Sie gehen davon aus, dass der Rückgang der körperlichen Aktivität während der COVID-19-Pandemie ernsthafte Folgen für die Gesundheit haben könnte, die hohe Kosten für die Gesundheitssysteme nach sich ziehen. Sie empfehlen sofortiges Handeln von politischen Entscheidungsträgern und medizinischen Fachkräften sowie gezielte Strategien zur Förderung der körperlichen Aktivität, insbesondere in vulnerablem Gruppen.                                                         

Quellen:
_________________________                                                                   

Ludwig-Walz H1, Siemens W2,3, Heinisch S4, Dannheim I5,6, Loss J7, Bujard M8,9; ludwig-walz@bib.bund.de

1Federal Institute for Population Research (BiB), Wiesbaden, Germany. 2Institute for Evidence in Medicine, Medical Center - University of Freiburg, Faculty of Medicine, Freiburg, Germany; 3Cochrane Germany, Cochrane Germany Foundation, Freiburg, Germany; 4Institute for Physical Education and Sport, University of Education, Karlsruhe, Germany; 5Regional Innovation Center for Health and Quality of Life in Fulda (RIGL), Fulda University of Applied Sciences, Fulda, Germany; 6Department of Nutritional, Food and Consumer Sciences, Fulda University of Applied Sciences, Fulda, Germany; 7Robert Koch Institute, Berlin, Germany; 8Federal Institute for Population Research (BiB), Wiesbaden, Germany; 9Institute of Medical Psychology, Medical Faculty, University Heidelberg, Heidelberg, Germany.

How the COVID-19 pandemic and related school closures reduce physical activity among children and adolescents in the WHO European Region: a systematic review and meta-analysis.

Int J Behav Nutr Phys Act. 2023 Dec 19;20(1):149. doi: 10.1186/s12966-023-01542-x.


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