Informationskreis Mundhygiene und Ernährungsverhalten

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Wissen zur Zahnpflege ist maßgeblich, damit Großeltern es an ihre Enkel weitergeben

In vielen Familien wachsen Kinder bei ihren Großeltern auf. Man weiß jedoch nur wenig darüber, wie sich Wissen über die richtige Zahnpflege und das Mundhygieneverhalten der Großeltern auf die Mundgesundheit von Kindern auswirkt. In dieser Studie kam man zu dem Ergebnis, dass ein fundiertes Wissen der Schlüssel zur Verbesserung der Mundgesundheit von Kindern ist, die in der Obhut ihrer Großeltern aufwachsen.

Großeltern erziehen häufig unter schwierigen Bedingungen

In den Vereinigten Staaten haben ungefähr 2,7 Millionen Großeltern das ständige Sorgerecht für ihre Enkelkinder. Die Gründe dafür sind vielfältig, oft stecken jedoch schwierige Familienverhältnisse dahinter, beispielsweise Tod, Inhaftierung oder Drogenmissbrauch der Eltern. Neben finanziellen Schwierigkeiten, wenn aufgrund einer fehlenden formellen Pflegevereinbarung keine finanzielle Unterstützung verfügbar ist, stehen die Großeltern häufig vor der Herausforderung, dass die Erziehung sehr kleiner oder traumatisierter Kinder extrem anstrengend sein kann. Viele Kinder, die von ihren Großeltern aufgezogen werden, leben in sozioökonomisch benachteiligten Haushalten. Neben praktischen Hindernissen, die eine gute Zahnpflege und Besuche beim Zahnarzt erschweren, erkennen Großeltern möglicherweise zudem die Relevanz der Mundhygiene bei ihren Enkeln nicht in ausreichendem Maße.

Nicht alle Menschen der älteren Generation sind gut über Mundhygiene aufgeklärt

Vorangegangene Studien zeigten, dass ältere Erwachsene Grundkenntnisse über Zahnkrankheiten und ihre Prävention hatten. Im Hinblick auf Zahnfleischerkrankungen und die pädiatrische Zahngesundheit hatten waren die Kenntnisse jedoch deutlich geringer. So wusste beispielsweise die Mehrheit der Teilnehmer nicht, dass Dauernuckeln an einer Babyflasche mit Fruchtsaft zu Karies beiträgt oder dass Karies verursachende Bakterien durch gemeinsam verwendete Utensilien von einer Bezugsperson auf ein Kind übertragen werden können. Nur 13 Prozent wussten, dass der erste Zahnarztbesuch schon im ersten Lebensjahr stattfinden sollte.

Umfrage in Haushalten, in denen Kinder bei den Großeltern leben

Zweck der deskriptiven Querschnittsstudie war es, Einstellung, Verhalten und Wissen zur Mundhygiene von Großeltern zu untersuchen, die ihre Enkel erziehen. Außerdem wurde ermittelt, inwieweit das Wissen der Großeltern die Mundgesundheit ihrer Enkel beeinflusst.

Für die Studie wurden stichprobenartig Großeltern ausgewählt, die Hauptbetreuer ihrer Enkelkinder im Alter von bis zu achtzehn Jahren waren. Sie beantworteten einen validierten Fragebogen. Darin waren 26 Fragen zum allgemeinen und pädiatrischen Mundgesundheitswissen der Pflegeperson, der Wahrnehmung der Mundgesundheit durch die Pflegeperson, dem Wert, den die Pflegeperson auf die Mundgesundheit legt, dem Verhalten sowie demografischen Informationen enthalten. Zudem bestand die Möglichkeit, Kommentare abzugeben.

Beginnende Kariesläsionen werden oft nicht als solche erkannt

Insgesamt 75 Großeltern nahmen an der Befragung teil. Sie beantworteten 52 Prozent (SD = 27 %) der Fragen zum Wissen über Mundgesundheit richtig. Die häufigste richtige Antwort war, dass Kinder zweimal jährlich zum Zahnarzt gehen sollten. Am schlechtesten schnitten die Teilnehmer ab, als es darum ging, auf einem Foto beginnende Kariesläsionen, sogenannte „White Spots“, zu erkennen: Nur 28 Prozent der Befragten waren sich darüber im Klaren, dass es sich hier um ein frühes Stadium der Karies handelt.

In dieser Studie zeigte sich eine Korrelation zwischen einem niedrigeren Einkommen der Großeltern und einem größeren Wissen über die Mundgesundheit von Kindern. Bei dem Bildungsniveau der Großeltern verhielt es sich ähnlich.

Je mehr die Großeltern über Mundgesundheit wussten, umso positiver waren ihre Einstellung zur Zahnpflege und das Verhalten bei der Mundhygiene. So war die Bereitschaft, die Zähne ihrer Enkel genau anzusehen und sie zweimal täglich zu putzen umso größer, je mehr Fragen richtig beantwortet worden waren. Es waren überwiegend die Großmütter (77 %), die sich um die Zahnpflege ihrer Enkel kümmerten, die durchschnittlich 6,7 Jahre alt waren. In dieser Studie wussten 47 Prozent der Befragten, wann ein Kind zum ersten Mal einem Zahnarzt vorgestellt werden sollte.

Fazit

Diese Studie zeigt, dass das Wissen über die Mundgesundheit von Großeltern unabhängig vom sozioökonomischen Status das Verhalten und die Einstellung zur Mundgesundheit positiv beeinflussen kann, was sich wiederum vorteilhaft auf die Mundgesundheit ihrer Enkel auswirken kann.

Mehr Wissen scheint daher ein Schlüssel zur Verbesserung der Mundgesundheit von Kindern in der Obhut ihrer Großeltern zu sein.

Quellen:
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Sarah E Williams1, Lori Rainchuso2, Linda D Boyd1, Jared Vineyard1lori.rainchuso@mcphs.edu

1Forsyth School of Dental Hygiene, MCPHS University, Boston, USA; 2School of Healthcare Business, MCPHS University, 19 Foster Street, Worcester, MA, 01608, USA.

Oral Health Considerations of Children: Grandparent Caregiver Perceptions, Behaviors, and Knowledge.

Matern Child Health J. 2020 Nov 21. doi: 10.1007/s10995-020-03087-y


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