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Ergebnisse der 6. Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) im Ländervergleich

Die Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) zeigt eine deutliche Verbesserung der Mundgesundheit in allen Altersgruppen und einen Rückgang klassischer Erkrankungen wie Karies und Zahnverlust. Im Vergleich zu anderen EU- und OECD-Ländern weist Deutschland ein günstiges Kariesprofil auf. Der verbesserte Zahnerhalt bringt jedoch gleichzeitig eine Zunahme langfristiger Versorgungsbedarfe mit sich.

6. Mundgesundheitsstudie: Vergleich der Ergebnisse mit 39 anderen Staaten

Die Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS) ist eine repräsentative epidemiologische Bevölkerungsstudie, die den Zustand der Mundgesundheit in Deutschland seit 1989 in wiederkehrenden Erhebungen systematisch erfasst. Die Daten der DMS 6, die in den Jahren 2021 bis 2023 erhoben wurden, wurden nun in einen internationalen Zusammenhang gestellt. Dafür wurden je nach Verfügbarkeit Daten aus bis zu 39 europäischen, G7- und OECD-Staaten verwendet.

Kronenkaries

Daten für 12-Jährige lagen von allen einbezogenen Ländern vor. Hier war Deutschland an einer Spitzenposition: Nur in Dänemark hatten die Kinder eine geringere Karieserfahrung. In Bezug auf den Kariesindex DMFT (zerstörte, fehlende oder gefüllte Zähne aufgrund von Karies) teilt sich Deutschland mit dem Vereinigten Königreichs den ersten Platz. 

Zur Karieserfahrung bei den 35- bis 44-Jährigen waren Daten aus 21 Ländern verfügbar. Hier belegte Deutschland den fünften Platz. In der Altersgruppe der 65- bis 74-Jährigen mit Daten aus 20 Ländern lag Deutschland im Mittelfeld auf dem zehnten Platz. 

Die Autoren vermuten aufgrund dieser Ergebnisse, dass die bei Kindern und Jugendlichen erreichten Präventionserfolge im Lebensverlauf ein Stück weit verloren gehen. Derzeit bestehende Prophylaxeprogramme und die regelmäßige professionelle Zahnreinigung werden von Menschen mit geringer Gesundheitskompetenz und begrenzten Ressourcen nur unzureichend wahrgenommen. Der bessere Zahnerhalt führt außerdem dazu, dass in höherem Alter mehr Zähne vorhanden sind, die erkranken können. Dies zeigt sich auch an einer höheren Prävalenz von Wurzelkaries in fortgeschrittenem Alter. 

Die Autoren sind deshalb der Auffassung, dass die strukturierten frühkindlichen Präventionsprogramme in Kindergarten, Schule und Zahnarztpraxis im Erwachsenenalter fortgeführt werden sollten – beispielsweise am Arbeitsplatz. 

Parodontalgesundheit

Der Anteil parodontal gesunder Personen in Deutschland war im Ländervergleich gering: 27 Prozent der 35- bis 44-Jährigen und 9 Prozent der 65- bis 74-Jährigen waren parodontal gesund. 

Die Daten sind aufgrund methodischer Schwächen und mangelnder Vergleichbarkeit aber wenig aussagekräftig. Beispielsweise zeigte eine Studie aus der Türkei, dass dort 89 Prozent der 65- bis 74-Jährigen parodontal gesund waren und weniger als 10 Prozent der Menschen einen schlechten Parodontalstatus hatten (Community Periodontal Index CPI 3 oder höher). Die Menschen in dieser Altersgruppe hatten allerdings im Durchschnitt nur noch 3,4 eigene Zähne, während die gleiche Altersgruppe in der DMS-Studie 19,4 eigene Zähne hatte. 

Hinzu kommt, dass eine effektive Parodontalbehandlung ermöglicht, Zähne mit größeren Sondierungstiefen und somit höherem CPI über einen längeren Zeitraum zu erhalten.

Zahnerosion

Daten zur Zahnerosion lagen nur für Personen im Alter von 35 bis 44 Jahren aus sieben Ländern vor (Irland, Italien, Polen, Portugal, Schweiz, Spanien und Großbritannien). In Deutschland waren die meisten Menschen ohne Zahnerosion (BEWE-Indexwert von 0), und selbst in der schwersten Kategorie (BEWE = 3) war die Prävalenz in Deutschland am zweitniedrigsten. Doch auch diese Ergebnisse sind aufgrund methodischer Schwächen mit Vorsicht zu betrachten.

Molar-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH)

Metaanalysen mit weltweit durchgeführten Studien zu MIH kommen zu einer gepoolten Prävalenz von etwa 13 bis 14 Prozent. Im Vergleich dazu liegt die MIH-Prävalenz in Deutschland mit rund 15 Prozent im Durchschnitt. Im direkten Ländervergleich belegte Deutschland den vierten Platz unter neun Ländern. 

Da die Ursachen von MIH immer noch weitgehend unbekannt sind, ist eine gezielte Prävention derzeit nicht möglich.

Die Mundgesundheit hat eine nennenswerte soziale Komponente

Zwischen der Kaufkraft, gemessen am Bruttosozialprodukt (BIP) pro Kopf, und dem Kariesindex DMFT war eine moderate und statistisch signifikante inverse Korrelation festzustellen (Pearson-Korrelationskoeffizient −0,342; p = 0,033). Der DMFT nimmt also mit steigender Kaufkraft ab. Dieser Zusammenhang unterstreicht den Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf das Kariesgeschehen.

Fazit

Karies ist in Deutschland drastisch zurückgegangen, sie ist aber nicht verschwunden. Der Ländervergleich belegt eindrucksvoll, wie wirksam die vorbeugenden Maßnahmen bei Kindern sind. Gleichzeitig zeigt sich das Potenzial einer im Erwachsenenalter fortgesetzten Prophylaxe, auch im Hinblick auf die heutzutage größere Anzahl von eigenen Zähnen bei höherem Lebensalter. Mehr Engagement für eine bessere Mundgesundheit über die gesamte Lebensspanne könnte den Ergebnissen nach weitere Fortschritte zur Folge haben.

Quellen:
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Zimmer S, Kuhr K, Jordan AR

Cross-national comparisons of the findings in the 6th German Oral Health Study (DMS • 6)

Quintessence Int. 2026 Apr 14;57(11):142-151. doi: 10.3290/j.qi.b6955513


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