Kinder und Jugendliche haben oft einen unregelmäßigen Schlafrhythmus
Schlaf spielt eine entscheidende Rolle für die allgemeine Gesundheit von Kindern. Dabei spielt nicht nur die Dauer eine Rolle, sondern auch die Qualität, der Zeitpunkt und die Regelmäßigkeit. Besonders Schwankungen wurden mit Adipositas in Zusammenhang gebracht, z. B. unterschiedlicher Schlaf an Wochentagen und Wochenenden.
Bei Kindern und Jugendlichen ist die Schlafvariabilität durch Entwicklungsveränderungen, Familiendynamik und äußere Faktoren oft besonders ausgeprägt. In epidemiologischen Studien variierte die Schlafdauer von Jugendlichen um bis zu 1,5 Stunden pro Tag, und die Schlafenszeit schwankte um bis zu 0,75 Stunden. Die Unterschiede zwischen Wochenenden und Wochentagen waren noch deutlicher, mit Abweichungen von bis zu 3 Stunden in der Schlafdauer und 1,5 Stunden in der Schlafenszeit.
Im Hinblick auf den Zusammenhang zwischen Schlafvariabilität und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen kommen Studien zu gemischten Ergebnissen. Ziel dieser systematischen Übersichtsarbeit und Metaanalyse war deshalb, den Zusammenhang anhand von Daten aus Beobachtungsstudien näher zu beleuchten.
Gepoolte Daten aus 37 Studien
Für die systematische Übersicht und Metaanalyse wurden Beobachtungsstudien ausgewertet, die Unterschiede beim Schlaf an Wochentagen und Wochenenden im Zusammenhang mit Adipositas-bezogenen Parametern untersucht haben. Dafür wurden Studien aus fünf großen Datenbanken bis April 2024 gesichtet. Betrachtete Parameter für den Schlaf waren Schlafdauer, Einschlafzeit, Aufwachzeit sowie die Variabilität an einem Tag und zwischen verschiedenen Tagen. Parameter für Adipositas waren BMI, BMI-z-Score (die standardisierte Abweichung des BMI eines Kindes vom Durchschnitt gleichaltriger Kinder gleichen Geschlechts), Bauchumfang, Körperfettmasse oder das Risiko für Übergewicht bzw. Adipositas.
37 Studien mit insgesamt 197.873 Teilnehmenden erfüllten die Einschlusskriterien. Die gepoolten Daten wurden von zwei Personen unabhängig voneinander extrahiert und mit Hilfe von Likelihood- und Qualitäts-Effekt-Modellen ausgewertet.
Zusammenhänge, aber keine eindeutige Kausalität
Kinder und Jugendliche mit der größten Differenz der Schlaf-Wach-Zeiten zwischen Wochentagen und Wochenenden hatten im Vergleich zur Gruppe mit der geringsten Differenz einen erhöhten BMI-z-Score (β: 0,06; 95 %-Konfidenzintervall (KI): 0,05 bis 0,07), einen höheren Körperfettanteil (β: 0,10; 95 %-KI: 0,01 bis 0,39) sowie ein erhöhtes Risiko für Übergewicht bzw. Adipositas (Odds Ratio (OR): 1,25; 95 %-KI: 1,01 bis 1,53). Unter Berücksichtigung der Studienqualität verlor sich allerdings die Signifikanz. Die Evidenz ist somit nicht vollständig eindeutig.
Ein signifikanter positiver Zusammenhang zeigte sich auch zwischen der Differenz der Schlafenszeit an Wochentagen und Wochenenden mit dem BMI-z-Score (β: 0,07; 95 %-KI: 0,01 bis 0,10).
Eine höhere individuelle Schlafvariabilität korrelierte mit der Prävalenz von Übergewicht bzw. Adipositas. Die Standardabweichung der Schlafenszeit hing außerdem mit einem höheren BMI-z-Wert, einem größeren Bauchumfang und einem höheren Körperfettanteil zusammen.
Fazit
Kinder, die an Wochentagen und Wochenende sehr variabel schliefen, hatten höhere BMI-z-Scores und mehr Körperfett. Auch größere Unterschiede beim Zubettgehen zwischen Werktagen und Wochenende waren mit höherem BMI-z-Score verbunden.
Schwankungen im täglichen Schlafverhalten gingen zudem mit einem höheren Risiko für Übergewicht und einen größeren Bauchumfang einher.
Dies spricht dafür, dass unregelmäßiger Schlaf ungünstigere Auswirkungen auf den Körperfettanteil und das Gewicht hat. Da einige der beobachteten Zusammenhänge unter Berücksichtigung der Studienqualität schwächer wurden oder nicht mehr signifikant waren, bleibt die Kausalität unklar. Um diese zu belegen, sind weitere, qualitativ hochwertigere Studien nötig. Dennoch unterstreichen die Ergebnisse den Autoren zufolge das Potenzial der Förderung regelmäßiger und gesunder Schlafmuster als vorbeugende Strategie gegen Adipositas.
Quellen:
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Zhou J1, Chen H1, Deng W1, Xiong J1, Zhang J1, Zhang H2; jd_zh@hust.edu.cn, qdzhz@126.com
1Department of Maternal and Child Health, School of Public Health, Tongji Medical College, Huazhong University of Science and Technology, Wuhan, Hubei, China; 2Zhuhai Center for Maternal and Child Health Care, Zhuhai, Guangdong, China
Associations of weekday-to-weekend and day-to-day sleep differences with adiposity-related measures in children and adolescents: A systematic review and meta-analysis
Nutr Metab Cardiovasc Dis. 2026 Mar;36(3):104420. doi: 10.1016/j.numecd.2025.104420



