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Zusammenhänge zwischen Schlafmerkmalen und Adipositas

Eine große Querschnittsstudie aus 26 Ländern zeigt, dass neben der Schlafqualität und -dauer auch der Zeitpunkt des Schlafes mit der Entwicklung von Übergewicht und Adipositas zusammenhängt: Spätes Zubettgehen, ein kurzer Nachtschlaf sowie ein langer Mittagsschlaf sind unabhängig von der Schlafdauer mit der Entstehung von Adipositas assoziiert.

Die Schlafdauer ist mit Adipositas assoziiert, bei weiteren Schlafmerkmalen ist die Studienlage jedoch uneinheitlich

Die Prävalenz von Adipositas hat sich weltweit unter Erwachsenen seit 1980 etwa verdoppelt. Das stellt die Gesundheitssysteme vor eine Herausforderung, denn Adipositas bringt schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und eine erhöhte Sterberate mit sich. In demselben Zeitraum wie die Zunahme von Adipositas hat die Schlafdauer abgenommen: Etwa ein Drittel der Erwachsenen schläft nachts weniger als sechs Stunden, obwohl mindestens sieben Stunden empfohlen werden. Diese Verhaltensänderung ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass moderne Technologien die Menschen abends länger wach halten. Epidemiologische Studien deuten an, dass chronischer Schlafmangel mit einem Risiko für Gewichtszunahme und Übergewicht einhergeht. In Bezug auf bestimmte Schlafmerkmale, beispielsweise spätes Zubettgehen oder Schlafen während des Tages, sind die Studienergebnisse weniger eindeutig. Ziel der Studie war es deshalb, zu untersuchen, ob die Taktung des Schlafes unabhängig von der nächtlichen Schlafdauer mit dem Auftreten von Adipositas verbunden ist.

Multinationale Querschnittsstudie

Diese große, bevölkerungsbasierte Querschnittsstudie (als Teil der PURE-Studie „Prospective Urban Rural Epidemiology“) verwendete Daten von Teilnehmern aus 60 Studienzentren in 26 Ländern. Sie umfasste Länder von unterschiedlichen Einkommensniveaus, fünf mit hohem, 17 mit mittlerem und fünf Länder mit niedrigem Einkommen. Von insgesamt 136.652 Teilnehmern im Alter zwischen 35 und 70 Jahren lagen Daten zum Schlafverhalten und zu Körpergröße, -gewicht, Taillen- und Hüftumfang vor.

In Ländern mit hohem Einkommen geht man später ins Bett

Im Durchschnitt schliefen die Studienteilnehmer 7,8 Stunden pro Nacht (SD 1,4 h), und 40 Prozent der Teilnehmer nahmen tagsüber ein Nickerchen. 14 Prozent der Probanden gingen erst um Mitternacht oder später ins Bett. In Ländern mit hohem Einkommen gingen die Menschen im Durchschnitt um 22:54 Uhr ins Bett (SD 83 min) – 33 Minuten später als in Ländern mit mittlerem Einkommen (22:21 Uhr, SD 81 min) und 45 Minuten später als in den Ländern mit niedrigem Einkommen (22:09 Uhr, SD 75 min). Stadtbewohner gingen im Schnitt 46 Minuten später schlafen als Menschen in ländlichen Gebieten.

Höchste Adipositas-Prävalenz bei Personen, die nach 2 Uhr morgens schlafen gehen

Personen mit späten Schlafenszeiten hatten im Durchschnitt einen höheren BMI: Er betrug im Schnitt 25,2 bei Personen, die zwischen 20 und 22 Uhr ins Bett gingen, im Vergleich zu 28,9 bei jenen, die zwischen 2 und 6 Uhr ins Bett gingen. Das spiegelte sich auch im Taillenumfang wider (83,3 versus 92,9 cm).

20 Prozent der Teilnehmer waren adipös und 27 Prozent hatten eine abdominale Adipositas (Taillenumfang > 88 cm bei Frauen bzw. > 102 cm bei Männern). Im Vergleich zur Schlafenszeit zwischen 20 und 22 Uhr war ein Zubettgehen nach Mitternacht mit einer höheren Prävalenz für Adipositas (Odds Ratio 1,20; 95 % CI 1,12–1,29) und abdominaler Adipositas (OR 1,20; 95 % CI 1,12–1,28) verbunden. Besonders ausgeprägt war dies bei Personen, die nach zwei Uhr morgens ins Bett gingen: Bei ihnen war die Wahrscheinlichkeit um 35 bzw. 38 Prozent erhöht.

Im Vergleich zu Teilnehmern, die nachts sieben bis acht Stunden schliefen, hatten Teilnehmer mit weniger als fünf Stunden Nachtschlaf häufiger Adipositas (OR 1,27; 95 % CI 1,13–1,43) und abdominale Adipositas (OR 1,16; 95 % CI 1,03–1,30). Menschen, die tagsüber mehr als eine Stunde schliefen, waren ebenfalls häufiger adipös (OR 1,22; 95 % CI 1,15–1,30 bzw. OR 1,39; 95 % CI 1,31–1,47 für abdominale Adipositas).

Gestörter Tagesrhythmus könnte die Hormonsekretion beeinträchtigen

Als mögliche Erklärung für die Ergebnisse weisen die Autoren darauf hin, dass eine verzögerte Schlafphase häufig mit einer nächtlichen Lichtexposition verbunden ist, die die Ausschüttung von Melatonin unterdrückt, einem Hormon, das den Schlaf-Wach-Rhythmus steuert. Andere Studien haben gezeigt, dass eine Fehlausrichtung des Zirkadianrhythmus mit verringerten Leptinspiegeln, erhöhten Spiegeln an Glukose und Kortikosteroiden sowie systemischen Entzündungen einhergeht – Faktoren, die wiederum mit Adipositas in Verbindung stehen. Frauen scheinen dafür anfälliger zu sein als Männer.

Quellen:
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Lap Ah Tse1, Chuangshi Wang2, Sumathy Rangarajan3, Zhiguang Liu4, Koon Teo3, Afzalhussein Yusufali5, Álvaro Avezum6, Andreas Wielgosz7, Annika Rosengren8, Iolanthé M Kruger9, Jephat Chifamba10, K Burcu Tumerdem Calik11, Karen Yeates12, Katarzyna Zatonska13, Khalid F AlHabib14, Khalid Yusoff15,16, Manmeet Kaur17, Noorhassim Ismail18, Pamela Seron19, Patricio Lopez-Jaramillo20, Paul Poirier21, Rajeev Gupta22, Rasha Khatib23, Roya Kelishadi24, Scott A Lear25, Tarzia Choudhury26, Viswanathan Mohan27, Wei Li2, Salim Yusuf3; liwei@mrbc-nccd.com

1Jockey Club School of Public Health and Primary Care, Chinese University of Hong Kong, Hong Kong, China; 2Medical Research and Biometrics Center, State Key Laboratory of Cardiovascular Disease, Fuwai Hospital, National Center for Cardiovascular Diseases, Peking Union Medical College and Chinese Academy of Medical Sciences, Beijing, China; 3Population Health Research Institute, McMaster University, Hamilton, Canada; 4Division of Occupational and Environmental Health, Jockey Club School of Public Health and Primary Care, Chinese University of Hong Kong, Hong Kong, China; 5Dubai Medical University, Hatta Hospital, Dubai Health Authority, Dubai, United Arab Emirates; 6Research Division, Dante Pazzanese Institute of Cardiology, São Paulo, Brazil; 7Department of Medicine, University of Ottawa, Ottawa, Canada; 8Department of Molecular and Clinical Medicine, Sahlgrenska Academy, University of Gothenburg and Sahlgrenska University Hospital, Gothenburg, Sweden; 9Africa Unit for Transdisciplinary Health Research, North-West University, Potcehfstroom, South Africa; 10Department of Physiology, University of Zimbabwe College of Health Sciences, Harare, Zimbabwe; 11Department of Health Management, Faculty of Health Sciences, Marmara University, Istanbul, Turkey; 12Department of Medicine, Faculty of Health Sciences, Queen's University, Kingston, Canada; 13Department of Social Medicine, Wroclaw Medical University, Wroclaw Poland; 14Department of Cardiac Sciences, King Fahad Cardiac Center, King Saud University College of Medicine, Riyadh, Saudi Arabia; 15Universiti Teknologi MARA, Selayang, Malaysia; 16UCSI University, Kuala Lumpur, Malaysia; 17Department of Community Medicine and School of Public Health, Postgraduate Institute of Medical Education and Research, Chandigarh, India; 18Department of Community Health, Faculty of Medicine, University Kebangsaan Malaysia, Kuala Lumpur, Malaysia; 19Dpto Medicina Interna, Facultad de Medicina, Universidad de La Frontera, Temuco, Chile; 20FOSCAL and Medical School, Universidad de Santander, Bucaramanga, Colombia; 21Faculté de pharmacie, Université Laval, Québec, Canada; 22Eternal Heart Care Centre and Research Institute, Jaipur, India; 23Institute of Community and Public Health, Birzeit University, Birzeit, Palestine; 24Isfahan Cardiovascular Research Center, Cardiovascular Research Institute, Isfahan University of Medical Sciences, Isfahan, Iran; 25Faculty of Health Sciences, Simon Fraser University, Burnaby, Canada; 26Independent University, Dhaka, Bangladesh; 27Madras Diabetes Research Foundation, Dr Mohan's Diabetes Specialities Centre, Chennai, India.

Timing and Length of Nocturnal Sleep and Daytime Napping and Associations With Obesity Types in High-, Middle-, and Low-Income Countries.

JAMA Netw Open. 2021 Jun 1;4(6):e2113775. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2021.13775


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