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Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und Übergewicht, Adipositas sowie gesundheitlichen Risiken bei Kindern in westlichen Ländern

Diese systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse von Längsschnittstudien aus westlichen Ländern kommt zu dem Ergebnis, dass sitzendes Verhalten vor Bildschirmen in der Freizeit und insbesondere Fernsehen Übergewicht und Adipositas im Kindesalter begünstigen.

Kinder bewegen sich heutzutage weniger und verbringen viel Freizeit vor Bildschirmen

Übergewicht und Adipositas im Kindesalter haben sich insbesondere in der westlichen Welt zu einer bedeutenden Herausforderung für die Gesundheitssysteme entwickelt. Forschungsergebnisse zeigen, dass schon bei Kindern oft eine „metabolisch ungesunde Adipositas“ vorliegt, die von Blutzucker- und Fettstoffwechselstörungen sowie Bluthochdruck begleitet wird.

U. a. fehlende Grünflächen, für Fußgänger unfreundliche Stadtplanung, passiver Transport und die zunehmende Nutzung von Bildschirmen von klein auf fördern sitzendes Verhalten und Bewegungsmangel. So entsteht eine adipogene Umgebung, die ein Hauptfaktor für Übergewicht und Adipositas im Kindesalter ist.

Als sitzendes Verhalten gilt jede Aktivität im Wachzustand, die mit einem geringen Energieverbrauch einhergeht (≤ 1,5 metabolische Äquivalente im Sitzen, Liegen oder Anlehnen). Wichtig zu wissen ist dabei, dass Menschen gleichzeitig körperlich aktiv sein und einen sitzenden Lebensstil haben können: Beispielsweise kann ein Kind, das gemäß aktuellen Leitlinien 60 Minuten pro Tag mäßig bis intensiv körperlich aktiv ist, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Grenze von zwei Stunden Bildschirmzeit in der Freizeit überschreiten. Es ist auch bekannt, dass ein hohes Maß an körperlicher Aktivität die mit langem Sitzen verbundenen Gesundheitsrisiken nicht vollständig aufheben kann.

Zudem wirken sich bestimmte sitzende Aktivitäten an Bildschirmen häufig auch auf Lebensstilfaktoren wie die Ernährungs- und Schlafgewohnheiten ungünstig aus.

Die wissenschaftliche Grundlage für Empfehlungen zur Bewegung von Kindern könnte solider sein

Die bestehenden Empfehlungen zur Bildschirmzeit im Zusammenhang mit der Prävention von Übergewicht und Adipositas im Kindesalter basieren auf mäßig vertrauenswürdiger Evidenz aus einer begrenzten Anzahl systematischer Reviews bis 2019. Deshalb war das Ziel dieser Übersichtsarbeit, den Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und dem Risiko für Übergewicht, Adipositas sowie mit Adipositas verbundenen kardiometabolischen Auffälligkeiten im Kindesalter zusammenzufassen.

Hierfür wurde eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse[1] prospektiver epidemiologischer Studien und randomisierter kontrollierter Studien gemäß anerkannten Richtlinien durchgeführt.

Es wurden 89 Studien der Jahre 2013 bis Mitte 2024 aus westlichen Ländern mit 2- bis 19-jährigen Teilnehmenden einbezogen, die die körperliche Aktivität bzw. sitzendes Verhalten im Zusammenhang mit Übergewicht, Adipositas und der kardiometabolischen Gesundheit untersuchten und eine Dauer von mindestens 12 Monaten hatten. Die Studien stammten aus Europa, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland.

Ergebnisse der Metaanalyse: Bildschirmzeit und Fernsehkonsum fördern Übergewicht und Adipositas

Von 86 prospektiven epidemiologischen Studien wurde die körperliche Aktivität in 34 Studien gemessen (Akzelerometrie) und in 57 Studien durch Fragebögen erfasst. Die Studien mit objektiven Daten gingen in die Metaanalyse ein.

In vier Studien zeigte sich ein positiver Zusammenhang zwischen der Bildschirmzeit und dem Body-Mass-Index (BMI) (95%-KI: 0,116; 0,037 bis 0,195 kg/m²; p = 0,004), in acht Studien mit dem BMI-z-Score[2] (95%-KI: 0,032; 0,002, bis 0,063; p = 0,035). Statistisch signifikante Effekte auf den Bauchumfang wurden nicht beobachtet. Es gab eine Tendenz zu einer schlechteren kardiometabolischen Gesundheit bei mehr Bildschirmzeit, allerdings verfehlte der Wert knapp die statistische Signifikanz.

Fernsehen war in drei Studien ebenfalls positiv mit dem BMI verbunden (95%-KI: 0,227; 0,025 bis 0,428 kg/m²; p = 0,012), außerdem in vier Studien mit dem BMI-z-Score (95%-KI: 0,042; 0,007 bis 0,077; p = 0,020) und in fünf Studien mit der Inzidenz von Übergewicht bzw. Adipositas (95%-KI): 0,089; 0,044 bis 0,133; p < 0,001). Das Verzerrungsrisiko der Studien war mittel bis hoch.

Die einzige randomisierte kontrollierte Studie hatte ein niedriges Verzerrungsrisiko und zeigte einen positiven Effekt auf den BMI-z-Score und den Bauchumfang bei einer Senkung von Bewegungsmangel. Zwei prospektive epidemiologische Studien mit hohem Verzerrungsrisiko deuteten auf positive Zusammenhänge zwischen der Bildschirmzeit und kardiometabolischen Auffälligkeiten hin.

Die sitzend verbrachte Zeit insgesamt war nicht klar mit der Gewichtsentwicklung assoziiert.

Fazit

Insgesamt korrelierten die Bildschirmzeit und insbesondere Fernsehen positiv mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Adipositas im Kindesalter, während begrenzte Evidenz auch ihre schädliche Wirkung auf die Stoffwechsel- und Herz-Kreislauf-Gesundheit belegt.

Demnach sollten vorbeugende Strategien neben der Förderung körperlicher Aktivität auch Bewegungsmangel stärker in den Blick nehmen. Vor allem eine geringere Nutzung von Bildschirmen in der Freizeit könnte dafür eine sinnvolle Zielgröße sein.

Quellen:
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Georgoulis M1, Grapsa I1, Arnaoutis G1, Karachaliou A1, Panagiotakos D1, Saltaouras G1, Bathrellou E1, Yannakoulia M1, Dimitrakopoulos G2, Kontogianni MD1; mkont@hua.gr

1Department of Nutrition and Dietetics, School of Health Sciences and Education, Harokopio University of Athens, Athens, Greece; 2Department of Informatics and Telematics, School of Digital Technology, Harokopio University of Athens, Athens, Greece

A Systematic Review and Meta-Analysis of Longitudinal Studies Exploring the Link Between Physical Inactivity and Indicators of Childhood Overweight/Obesity and Metabolically Unhealthy Obesity Risk in Western Countries

Curr Obes Rep. 2026 Jan 3;15(1):1. doi: 10.1007/s13679-025-00680-6

 


[1] International prospective register of systematic reviews (PROSPERO): CRD42023482960

[2] Der BMI-z-Score misst, wie stark der Body-Mass-Index (BMI) eines Kindes vom alters- und geschlechtstypischen Durchschnitt abweicht. Positive Werte stehen für Abweichungen nach oben (in Richtung Übergewicht) und negative für Abweichungen nach unten (in Richtung Untergewicht).


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